Ostdeutsche im Kabinett Klara Geywitz soll Bundesbauministerin werden

Die Potsdamerin und stellvertretende SPD-Vorsitzende Klara Geywitz soll das Amt für Bauen und Wohnen übernehmen. Zuvor saß Geywitz bis 2019 für die SPD im Brandenburger Landtag. Gemeinsam mit Olaf Scholz hatte sie sich vor zwei Jahren um den SPD-Parteivorsitz beworben.

Klara Geywitz
Klara Geywitz soll das Amt der Bundesbauministerin besetzen. Bildrechte: dpa

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Klara Geywitz wird das neu zugeschnittene Bundesbauministerium übernehmen. Das gab der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag in Berlin bekannt. Bisher war der Bereich Bauen vom Bundesinnenministerium verantwortet worden.

Die 45-jährige gebürtige Potsdamerin war zunächst als Ministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Gespräch.

Bis 2019 für die SPD im Brandenburger Landtag

Geywitz, diplomierte Politikwissenschaftlerin, saß für die SPD von 2004 bis 2019 im Brandenburger Landtag, ehe sie ihr Direktmandat in Potsdam an die Grünen verlor. Von 2013 bis 2017 war sie Generalsekretärin der Brandenburger SPD.

Bundesweit wurde Geywitz bekannt, als sie sich im Doppel mit Olaf Scholz um den Bundesvorsitz der Sozialdemokraten bewarb. Beide qualifizierten sich mit dem höchsten Stimmenanteil für die Stichwahl, unterlagen dort aber Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans.

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat und geschäftsführender Bundesfinanzminister stellt auf einer Pressekonferenz den gemeinsamen Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für die künftige Bundesregierung vor.
Olaf Scholz (SPD) — Bundeskanzler Der frühere Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz wurde dem 8. Dezember im Bundestag zum neuen Bundeskanzler gewählt. Der gebürige Osnabrücker war von 2011 bis 2018 Erster Bürgermeister von Hamburg. Bildrechte: dpa
Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat und geschäftsführender Bundesfinanzminister stellt auf einer Pressekonferenz den gemeinsamen Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für die künftige Bundesregierung vor.
Olaf Scholz (SPD) — Bundeskanzler Der frühere Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz wurde dem 8. Dezember im Bundestag zum neuen Bundeskanzler gewählt. Der gebürige Osnabrücker war von 2011 bis 2018 Erster Bürgermeister von Hamburg. Bildrechte: dpa
Robert Habeck
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) – Wirtschaft und Klimaschutz Beim Thema Wirtschaft und Klimaschutz war Habeck gesetzt. Der 52-Jährige kann auf sechs Jahre als Minister für Umwelt und Landwirtschaft verweisen. Habeck ist zudem Vizekanzler. Bildrechte: dpa
Christian Lindner
Christian Lindner (FDP) – Finanzen FDP-Chef Christian Lindner hat mit dem Bundesfinanzministerium eine zentrale Position im Kabinett übernommen. Der 42-Jährige will an der Schuldenbremse festhalten und Steuererhöhungen vermeiden. Bildrechte: dpa
Nancy Faeser (SPD), Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, äußert sich gegenüber den Journalisten.
Nancy Faeser (SPD) – Innen und Heimat Die Juristin ist Landesvorsitzende ihrer Partei in Hessen und gehört seit 2009 der Arbeitsgruppe "Innen" ihrer Partei an. Bildrechte: dpa
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) – Auswärtiges Amt Die Grünen-Vorsitzende hat mit dem Außenministerium einen der prestigeträchtigsten Posten im neuen Kabinett erhalten. Bildrechte: dpa
Marco Buschmann, erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP, spricht auf einer Pressekonferenz.
Marco Buschmann (FDP) – Justiz Das Justiz-Ressort hat der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag übernommen. Der 44-Jährige konnte in der Partei durch seine konstruktive Kritik an den Corona-Maßnahmen Punkte sammeln. Bildrechte: dpa
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales
Hubertus Heil (SPD) – Arbeit und Soziales Hubertus Heil war schon in der Vorgängerregierung Arbeitsminister. Er leitet sein Ministerium seit 2018. Bildrechte: dpa
Christine Lambrecht
Christine Lambrecht (SPD) – Verteidigung Christine Lambrecht, die zuletzt Justiz- und Familienministerin war, hat das Verteidigungsressort übernommen. Bildrechte: dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), spricht auf dem Online-Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg.
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) – Ernährung und Landwirtschaft Der ehemalige Parteichef, der für die Grünen das beste Erststimmenergebnis bei der Bundestagswahl holte, setzte sich im internen Machtkampf um das Ressort gegen Anton Hofreiter durch. Bildrechte: dpa
Anne Spiegel
Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) – Familie, Senioren, Frauen und Jugend Die vorherige rheinland-pfälzische Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität leitete das Familien-Ressort bereits in Rheinland-Pfalz (2016-21). Sie wurde 2005 erste deutsche UN-Jugenddelegierte. Bildrechte: imago images/Sämmer
Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) spricht bei der Sitzung des Bundestags.
Karl Lauterbach (SPD) – Gesundheit Der 58-Jährige gilt als einer der profiliertesten Gesundheitspolitiker des Landes. Er übernahm das Ministerium mitten in der Corona-Pandemie. Bildrechte: dpa
Volker Wissing, FDP-Generalsekretär, spricht nach den Sondierungsgesprächen bei einer Presssekonferenz.
Volker Wissing (FDP) – Verkehr und Digitales FDP-Generalsekretär Volker Wissing leitet das Verkehrsministerium. Der 51-Jährige soll zudem die Großbaustelle Digitalisierung angehen. Bildrechte: dpa
Steffi Lemke, (Bündnis 90/Die Grünen)
Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) - Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Die gebürtige Dessauerin ist studierte Agrarwissenschaftlerin und ausgebildete Zootechnikerin. 1989 war sie eine der Mitbegründerinnen der Grünen Partei in der DDR. Zuletzt war sie Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutzpolitik der Bundestagsfraktion. Bildrechte: dpa
Bettina Stark-Watzinger
Bettina Stark-Watzinger (FDP) – Bildung und Forschung Zuvor war Stark-Watzinger Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP. In Hessen war sie FDP-Vorsitzende. Sie gehörte zum Sondierungsteam und zur Hauptverhandler-Gruppe der FDP bei den "Ampel"-Gesprächen. Bildrechte: dpa
Svenja Schulze
Svenja Schulze (SPD) - Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Schulze kommt aus Nordrhein-Westfalen und führte von 2018 bis 2021 das Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit; nun ist sie für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zuständig. Bildrechte: dpa
Klara Geywitz
Klara Geywitz (SPD) – Bauen und Wohnen Die Brandenburgerin Klara Geywitz kandidierte 2019 an der Seite von Olaf Scholz um den Parteivorsitz und wurde zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Bildrechte: IMAGO / photothek
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Einsatz für Kindergrundsicherung und Verbesserungen für Ostdeutschland

Geywitz hatte sich 2017 nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen für eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition eingesetzt, auch um, wie sie damals sagte, Verbesserungen für Ostdeutschland zu erreichen. In einem Interview mit der "Lausitzer Rundschau" im Jahr 2018 sagte sie, dass die Agenda 2010 Deutschland eine Wachstumsphase beschert habe. Zugleich mahnte sie, Kinder hätten im Hartz-IV-System nichts zu suchen und setzte sich für eine Kindergrundsicherung ein.

In Brandenburg gehörte Geywitz außerdem zu den maßgeblichen Initiatoren des letztlich vom Landesverfassungsgericht gekippten Paritätsgesetzes, das einen gleich großen Anteil von Frauen und Männern im Landtag sichern sollte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Dezember 2021 | 10:30 Uhr

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