Spitzenkandidatur Thüringer Parteien stellen sich vor Landtagswahl neu auf

Teresa Liebig
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

In genau sieben Monaten wird in Thüringen gewählt. Am 26. September ist nämlich nicht nur Bundestagswahl, auch in Thüringen soll dann ein neuer Landtag gewählt werden. Wer wird dabei für die Parteien als Spitzenkandidat oder Spitzenkandidatin ins Rennen gehen? Noch haben sich nicht alle Parteien festgelegt, klar ist aber jetzt schon: Verglichen mit der Wahl 2019 gibt es viele Veränderungen.

Thüringer Landtag
Am 26. September soll in Thüringen ein neuer Landtag gewählt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Welche Strategie ist besser für einen Wahlkampf? Den Spitzenkandidaten oder die Spitzenkandidatin früh präsentieren oder möglichst lange damit warten? Beides habe Vor- und Nachteile, sagt Politikwissenschaftler, Torsten Oppelland: "Die eine Sorge ist, dass, wenn man einen Spitzenkandidaten hat, der aber nur Spitzenkandidat ist, aber kein Amtsträger, dass der eben nichts machen kann und sich verbraucht in der Zeit bis zur Wahlentscheidung. Auf der anderen Seite ist es eher vorteilhaft, jemanden früh in Position zu bringen, weil er sich dann noch bekannt machen kann. Was am Ende stimmt, ist von den jeweiligen Umständen abhängig, das kann man im Grunde nicht generalisieren."

CDU und SPD legen sich schon fest

Ihre Kandidaten festgelegt haben bislang nur CDU und SPD. Für die CDU tritt der Fraktionsvorsitzende Mario Voigt an. Die SPD setzt auf Innenminister Georg Maier. Die Linkspartei wird höchstwahrscheinlich wieder mit Bodo Ramelow antreten. Weniger eindeutig ist die Situation bei den drei anderen im Landtag vertretenen Parteien.

Björn Höcke lasse sich die Option offen, für den Bundestag zu kandidieren, sagt Torben Braga, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD Fraktion: "Sollte er sich dafür entscheiden – und die Entscheidung wird sicherlich im Laufe der nächsten Wochen und Monate getroffen werden – dann müssten wir uns natürlich für die Landtagswahl neu aufstellen, neu sortieren." Eine gleichzeitige Kandidatur für den Bundestag und den Landtag schließt man in der AfD aus. Heißt: Sollte Björn Höcke für den Bundestag kandidieren, wird er nicht Spitzenkandidat für die Landtagswahl.

Die Grünen haben bereits entschieden: Anders als bei der Wahl 2019 wird es dieses Mal keine Doppelspitze geben, sondern eine Spitzenkandidatin. Damit sind die Grünen wahrscheinlich die einzige Partei mit einer Kandidatin. Auf die Frage, ob er schon Namen nennen würde, wer dafür in Frage komme, antwortet Landesvorsitzender, Bernhard Stengele sehr deutlich: "Auf gar keinen Fall! Wir sind ja stark basisdemokratisch ausgerichtet. Das heißt, diese Spitzenkandidatin braucht eine Legitimierung durch eine Landesdelegiertenkonferenz." Dieser Konferenz greift man innerhalb der Partei nicht vor.

FDP-Bundesspitze gegen Thomas Kemmerich

Bei der FDP ist aktuell lediglich klar, wer nicht erneut Spitzenkandidat wird: Thomas Kemmerich verzichtet auf diesen Posten, nachdem ihm die FDP-Bundesspitze jede Unterstützung im Wahlkampf verwehrte für den Fall, dass er noch einmal als Spitzenkandidat antreten sollte. Als möglicher Kandidat wird der aktuelle Generalsekretär Robert-Martin Montag gehandelt, der bei MDR AKTUELL allerdings ebenfalls auf die Parteigremien verweist in dieser Frage: "Dazu gehört der Landesvorstand und vor allen Dingen die Aufstellungsversammlung, die dann aber erst sein wird, wenn die Frage zu klären ist. Denn noch ist der Landtag nicht aufgelöst."

Fest steht schon jetzt: Mit Ausnahme von Linkspartei und möglicherweise AfD werden sich alle im Landtag vertretenen Parteien personell neu aufstellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Februar 2021 | 08:17 Uhr

22 Kommentare

Matthi vor 10 Wochen

Wäre es nicht besser das die Parteien endlich ihr Wahlprogramm im MDR vorstellen damit auch die Wähler es mitbekommen die nicht im Internet unterwegs sind.

Eulenspiegel vor 10 Wochen

Hallo ralf meier
Ich sehe sie sind da nicht auf den neusten Stand. Die Linken werden schon lange nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet. Ihnen konnte man in all den Jahren ja auch keinerlei verfassungsfeindliche Aktivitäten nachweisen. Da sieht es bei der AfD schon ein bisschen anders aus. Ich denke sie meinen hier Gruppen die sich deren Einstufung links ist die aber mit der Partei der Linken nichts zu tun haben. Also mir ist nichts darüber bekannt das man auch nur einer dieser Gruppen verfassungsfeindlich Aktivitäten nachweisen konnte. Aber vielleicht wissen sie da mehr und können dies auch belegen.

Der Matthias vor 10 Wochen

@ REXt

"Der Matthias, ich träume keinesfalls, ich zähle 1+1 zusammen"

Und, was soll bei dieser Rechnung Ihrer Meinung nach herauskommen . . . politisch, meine ich!? Da bin ich jetzt echt mal gespannt!

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