Entscheidung in der K-Frage So reagiert die CDU-Basis in Mitteldeutschland auf Kanzlerkandidat Laschet

Viele CDU-Mitglieder im Osten hatten ganz klar eine Hoffnung: Markus Söder. Doch es ist Armin Laschet geworden. Das dürfte so manch ein Parteimitglied ganz schön frustrieren. Wie reagieren CDUler im Osten darauf?

Armin Laschet (CDU, l), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident des Landes Bayern
Armin Laschet hat sich als Kanzlerkandidat gegen Markus Söder durchgesetzt. Bildrechte: dpa

Etwa 10.000 Mitglieder hat die CDU in Sachsen. Nach wie vor, sagt Christiane Schenderlein, Beisitzerin im CDU-Landesvorstand und Kreisvorsitzende in Nordsachsen. Aber trotzdem: "Ich weiß aus einigen Kreisverbänden, auch aus meinem eigenen, dass es einige Austrittswünsche gibt. Da müssen wir jetzt in den nächsten Tagen gucken, aus welchen Gründen das ist und sind dann auch im Gespräch mit den Mitgliedern."

Die Gründe, um die es wahrscheinlich geht: erst kein Friedrich Merz für die ostdeutsche CDU-Basis, jetzt kein Markus Söder. Ob es wirklich einen nennenswerten Mitgliederschwund gibt, können die Landesverbände aber erst am Monatsende in der Statistik einsehen.

Sich mit Austritt Gehör verschaffen

Hendrik Träger ist Politikwissenschaftler an der Universität Leipzig. Er sagt: "Ob das eine Austrittswelle wird, kann ich noch nicht sagen, aber es ist vorstellbar, dass einige Leute aus der Union austreten. Wenn wir jetzt aus der Parteienforschung rangehen an das Thema, dann gibt es gelegentlich die Strategie 'Exit und Voice', wenn ich unzufrieden bin mit politischen Entscheidungen." Heißt: Austreten und sich zu Wort melden. Historisch gab es das immer wieder, zum Beispiel bei der SPD, als es um die Agenda 2010 ging, mit der viele Parteimitglieder nicht einverstanden waren. Sie sind ausgetreten und haben lautstark protestiert.

In Sachsen-Anhalt gebe es bei der Union keine massenhaften Austritte, sagte der CDU-Landesvorsitzende Sven Schulze MDR AKTUELL schon Anfang der Woche. Aus Thüringen schreibt der Landesvorsitzende Christian Hirte an MDR AKTUELL, man freue sich nun auf Wahlkampfunterstützung von Markus Söder, die Mitgliederentwicklung sei stabil.

Bereitschaft zum ehrenamtlichen Wahlkampf geschmälert

Doch es muss nicht gleich der Parteiaustritt sein. Politikwissenschaftler Hendrik Träger kann sich auch vorstellen, dass viele CDUler in Mitteldeutschland formell zwar Mitglied bleiben, sich aber zurückziehen: "Dass manche sagen: Für Söder hätte ich Wahlkampf gemacht, für Laschet mach ich keinen Wahlkampf." Die Bereitschaft, sich als ehrenamtliches Parteimitglied in seiner Freizeit für den Wahlkampf zu engagieren, sei abhängig davon, wie weit man sich mit dem Kanzlerkandidaten identifizieren könne oder eben nicht.

Christiane Schenderlein von der CDU in Sachsen glaubt, ihre Leute würden trotzdem motiviert sein: "Das wiederum stelle ich auch fest, in persönlichen Gesprächen vor allen Dingen, dass da gesagt wird, ja, meine Präferenz war Markus Söder, jetzt aber möchte ich vor allem, dass wir geschlossen hinter einem Kanzlerkandidaten stehen und das ist Armin Laschet, und wir werden ihn unterstützen."

Die meisten Mitglieder würden im Moment aber vor allem erst mal eins wollen: sich schnell mit den Inhalten des künftigen CDU-Wahlprogramms beschäftigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. April 2021 | 06:00 Uhr

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