Kanzlerkandidatur der Union Söder: Ball in der K-Frage liegt bei der CDU

CSU-Chef Markus Söder fordert von der CDU eine schnelle Klärung der Kanzlerkandidatenfrage. Zugleich versicherte er, jede Entscheidung der Schwesterpartei zu respektieren. CDU-Chef Armin Laschet wirbt seit dem Abend im Bundesvorstand seiner Partei um Zustimmung.

Armin Laschet (CDU, l), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident des Landes Bayern
Wollen beide Kanzlerkandidat der Union werden: CDU-Chef Armin Laschet (l.) und CSU-Chef Markus Söder. Bildrechte: dpa

CDU-Chef Armin Laschet hat im Parteivorstand dafür geworben, ihn als gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union zu nominieren. Bei der entscheidenden Sondersitzung des Führungsgremiums, die am frühen Abend begann, sagte Laschet nach Angaben von Teilnehmern, es gehe um die besten Antworten auf drängende Zukunftsfragen. Er sei bereit, dabei die Führung zu übernehmen.

Medienberichten zufolge gab es in der Debatte Dutzende Wortmeldungen. Viele Vorstandsmitglieder hätten sich für CSU-Chef Söder ausgesprochen, so der sachsen-anhaltische Landesvorsitzende Reiner Haseloff und sein Thüringer Kollege Christian Hirte. Die Mehrheit der Redner soll sich aber zugunsten Laschets positioniert haben.

Teilnehmern zufolge drängte Laschet auf eine Entscheidung des CDU-Vorstands noch am Montag. In der Sitzung seien zuvor Forderungen laut geworden, die Entscheidung in die Bundestagsfraktion und an die Kreisvorsitzenden zu verschieben.

Söder: CDU-Bundesvorstand soll entscheiden

CSU-Chef Markus Söder, der ebenfalls Kanzlerkandidat der Union werden will, hatte am Montagnachmittag seine Kandidatur zum Teil an das Votum des CDU-Bundesvorstands geknüpft. Er sagte nach einer CSU-Präsidiumssitzung: "Wenn die CDU heute Abend souverän zu einer klaren Entscheidung kommt, werden wir das respektieren." Dann werde die CSU auch Armin Laschet zu 100 Prozent unterstützen.

Wir sind die kleinere Schwester und können uns nicht überheben.

CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Zugleich bekräftigte Söder seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur, falls er breite Unterstützung aus der großen Schwesterpartei CDU bekomme – von "Vorstand, Fraktion und Basis". Er verteidigte sich gegen Vorwürfe, dass er keine Gremienentscheidungen respektiere. Man müsse eben in einer modernen repräsentativen Demokratie auch auf die Parteimitglieder, Abgeordneten und die Bevölkerung hören. Die entscheidende Diskussion finde in der CDU statt.

Söder in Umfragen vorn

In Umfragen zur Kanzlerkandidatur liegt Söder klar vor Laschet. Auch bei der CDU-Basis und in den Landesverbänden hat der bayerische Regierungschef viele Anhänger. Vergangene Woche hatte sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff als erster Länderchef für Söder als Kanzlerkandidat ausgesprochen.

Quellen: DPA, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2021 | 15:30 Uhr

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