Neue Ära Lauterbach als Bundesgesundheitsminister – Ärzte voller Erwartungen

Karl Lauterbach wird Jens Spahn am Mittwoch als Bundesgesundheitsminister ablösen. Große Hoffnungen liegen auf dem 58-jährigen Mediziner und Gesundheitsökonom, wie die Stimmen aus vielen Ärztekammern zeigen.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) spricht bei der Sitzung des Bundestags.
"Mahner vom Fach" wird Karl Lauterbach genannt. Der Mediziner warnte während der bestehenden Pandemie immer wieder, Schutzmaßnahmen nicht voreilig zurückzufahren. Bildrechte: dpa

Am Mittwoch, um 13:35 Uhr geht die Ära Jens Spahn an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums zu Ende. Prof. Dr. med. Karl Lauterbach (SPD) wird seinen Eid ablegen und diesen in Coronazeiten besonders schwierigen Ministerposten übernehmen. Von diesem Moment an wird das Gesundheitsministerium wieder von einem Arzt geleitet. Doch was erwarten sich Ärzteverbände davon? "Hauptsache Gesund" hat sich umgehört.

Geschätzt als "Kenner des deutschen Gesundheitswesens"

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt ist darüber sehr froh, wie viele seiner Berufskollegen: "Professor Lauterbach ist ein ausgewiesener Kenner des deutschen Gesundheitswesens und war von Beginn der Pandemie an stets mahnende Stimme, vorausschauend zu handeln und ausreichende Schutzvorkehrungen zu treffen."

Dirk Rühling vom thüringer Landesverband der Kinder- und Jugendärzte baut auf Prof. Lauterbachs hohe wissenschaftliche Kompetenz mit gesundheitspolitischer Weitsicht für gesamtgesellschaftliche Belange: "Und das ohne Affären und Lobbyismus!"

Hoffnungen auf Beratungen durch Ärzte, die "an der Basis arbeiten"

Eine konkrete Hoffnung verbindet Dr. Melanie Ahaus vom sächsischen Landesverband der Kinder- und Jugendärzte mit Lauterbachs Amtsantritt. Nämlich, "dass der Gesundheitsminister sich bei zukünftigen Entscheidungen nicht nur einseitig beraten lässt, sondern vor allem auch von Ärzten, die 'an der Basis' arbeiten. In der Vergangenheit wurden zu oft über unsere Köpfe hinweg sinnlose Entscheidungen getroffen." Als Beispiel nennt sie die derzeit geltende Pflicht, dass sich das Praxispersonal täglich wegen Corona testen muss, unabhängig vom Impfstatus. Medizinisch sei das völlig unsinnig und praktisch nicht durchsetzbar. "Das hält uns Niedergelassene nur davon ab, unsere eigentliche Arbeit zu tun", so Ahaus.

Dr. Ulrike Schramm-Häder von der Landesärztekammer Thüringen sagte gegenüber "Hauptsache Gesund": "Wir wünschen uns, in einem wirklich ernst gemeinten Dialog partnerschaftlich die Konzepte zu entwickeln, die uns zunächst aus der Corona-Endlosschleife herausführen."

Mehr Augenmerk für wohnortnahe Gesundheitsversorgung gewünscht

Friedemann Schmidt, der Vorsitzende der Sächsischen Landesapothekerkammer, wünscht sich vom neuen Bundesgesundheitsminister eine deutliche Stärkung der wohnortnahen medizinisch-therapeutischen, pharmazeutischen und pflegerischen Strukturen: "In diesen Strukturen erleben die Menschen das Gesundheitswesen ganz direkt und von den dortigen Akteuren wird die enorme 'Grundlast' des Gesundheitswesens gesichert. Das ist in der Pandemie angesichts der absolut sinnvollen und notwendigen medialen Fokussierung auf die stationäre Spitzenmedizin leider etwas aus dem Blick geraten."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 06. Dezember 2021 | 19:30 Uhr

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