MDRfragt zur Blutspendenbereitschaft in Mitteldeutschland Jeder Zweite hat schon einmal Blut gespendet

Die Blutspendedienste beklagen seit Jahren einen bundesweiten Rückgang der Zahl der Blutspenden. Aus ihrer Sicht ist einen Ursache dafür der demografische Wandel. Ältere Stammspender dürfen nicht mehr spenden. Die Zahl der Erstspender ist zu gering, um die entstandene Lücke zu schließen. "MDRfragt" und "Hauptsache gesund" wollten deshalb wissen, welche Einstellungen die Menschen in Mitteldeutschland zum Thema "Blutspende" haben.

Gut die Hälfte der befragten Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat schon einmal Blut gespendet. Das ist das Ergebnis der aktuellen Befragung des MDR-Meinungsbarometers "MDRfragt" und des MDR-Magazins "Hauptsache gesund". Mit dem Blutspender-Anteil von 54 Prozent liegt die Spendenbereitschaft in Mitteldeutschland im Bundestrend. In der aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2018) gab knapp die Hälfte (47 Prozent) an, schon einmal Blut gespendet zu haben.

Blutspender - mindestens einmal im Leben
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Blutspenderpotenzial bei den Jungen

Während es bei Männern und Frauen keinen Unterschied bei der bisherigen Spendenbereitschaft gibt, zeigen sich Abweichungen bei den Altersgruppen. Bei den über 30-Jährigen liegt der Spenderanteil bei den Befragten bei rund 60 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen hingegen bei 30 Prozent.

Mindestens einmal im Leben Blut gespendet
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In dieser Altersgruppe spielt Geld als Anreiz für eine Blutspende auch eine größere Rolle als bei den Älteren. Bei den unter 30-Jährigen ist für 43 Prozent eine Aufwandsentschädigung wichtig, bei den über 50-Jährigen sind es 18 Prozent.

Geld als Anreiz zur Blutspende
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Motivation der Spender: Anderen helfen

In der Gruppe der befragten Blutspender in Mitteldeutschland geht jeder Vierte mindestens zwei Mal im Jahr zur Blutspende. Nach ihren Beweggründen gefragt, geben mehr als die Hälfte (53 Prozent) an, dass sie auch selbst gerne eine Blutkonserve im Notfall erhalten würden. Für 61 Prozent ist es wichtig, anderen Menschen zu helfen.

Ein Drittel der Nichtspender haben Spende-Vorsätze

Von den Nichtspendern in Mitteldeutschland haben 76 Prozent schon einmal mit dem Gedanken gespielt, doch einmal Blut zu spenden. Ein gutes Drittel (35 Prozent) der Nichtspender hat sogar vor, demnächst zu spenden. Die Entscheidung ist bei den meisten unabhängig von der aktuellen Blutkonservenknappheit als Folge der Corona-Situation gefallen. Rund die Hälfte der Nichtspender will auch in absehbarer Zeit kein Blut spenden.

Blutspendeaktion zum "Hauptsache gesund"-Jubiläum

Die Umfrage findet im Rahmen der Blutspendeaktion "1.000 Spenden, tausend Dank" im Vorfeld der 1.000sten Ausgabe des MDR-Magazins "Hauptsache gesund" statt. Termine bei den DRK-Blutspendediensten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen können auf der Internetseite mdr.de/blutspende abgerufen werden.

Basisdaten der Umfrage "Blutspende - ungeliebte Bürgerpflicht?"

Die Befragung wurde zwischen dem 16. und 19.10.2020 durchgeführt. Daran haben sich etwa 15.000 Menschen der drei mitteldeutschen Länder beteiligt. Das MDR-Meinungsbarometer ist eine gewichtete Online-Befragung, an der sich Einwohner aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligen können. Es hat derzeit rund 31.000 registrierte Mitglieder. Wer mitmachen möchte, kann sich hier anmelden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Haupsache Gesund | 22. Oktober 2020 | 21:00 Uhr

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