Waffenaffäre Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier gibt Amt auf

Der dienstälteste Innenminister Deutschlands tritt zurück: Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier zieht damit die Konsequenz aus dem Kauf einer Waffe bei einem Händler mit Verbindung in rechtsextreme Netzwerke.

Lorenz Caffier
Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, tritt nach 14 Jahren im Amt wegen des eines umstrittenen Waffenkaufs bei einem Händler mit rechtsextremen Verbindungen zurück. Bildrechte: dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier ist wegen eines umstrittenen Waffenkaufs 2018 zurückgetreten. Er stand unter Druck, weil der Waffenhändler Verbindungen zur rechtsextremen Szene hat.

Caffier: Umgang mit Waffenkauf war Fehler

Caffier sagte, er habe damals eine Waffe bei jemanden erworben, bei dem er sie aus der heutigen Sicht nicht hätte erwerben dürfen. Caffier erklärte, nicht der Erwerb sei ein Fehler gewesen, sondern sein Umgang damit. Dafür entschuldige er sich.

Caffier betonte, es verletzte ihn zutiefst, dass ihm nun eine Nähe zu rechten Kreisen unterstellt werde. Dieser Vorwurf sei schlicht absurd. Er müsse erkennen, dass er wegen Affäre nicht mehr die nötige Autorität für sein Amt habe. Mit dem Rücktritt wolle er auch seine Familie und sein Umfeld schützen.

Caffier: "Hinweise auf rechtsextreme Kontakte erst später"

Caffier hatte Anfang 2018 eine Jagdwaffe gekauft. Seinen Darstellungen zufolge lagen dann im Mai 2019 den Behörden Hinweise vor, dass der Händler Verbindungen zum rechtsextremistischen Netzwerk Nordkreuz haben soll. Caffier hatte es bereits als Fehler bezeichnet, nicht bei Bekanntwerden dieser Vorwürfe im Mai 2019 an die Öffentlichkeit gegangen zu sein.

Allerdings hatte ein Hinweisgeber den Bundesbehörden bereits im Juli 2017 den Namen des Waffenhändlers im Zusammenhang mit dem rechtsextremen „Prepper“-Netzwerk genannt. Eine Information darüber war damals an das Landesamt für Verfassungsschutz MV ergangen, dort aber offenbar liegengeblieben.

Dienstältester Innenminister

Caffier war der dienstälteste Innenminister in Deutschland. Er war seit 2006 in Mecklenburg-Vorpommern im Amt und auch Stellvertreter von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sein Landtagsmandat will Caffier behalten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. November 2020 | 17:00 Uhr

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