Treffen von Merkel und Putin Russland unterstützt deutsche Libyen-Initiative

Deutschland und Russland haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei mehreren internationalen Fragen geeinigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Waldimir Putin betonten nach einem Gespräch in Moskau, sie wollten gemeinsam am Atomabkommen mit dem Iran und auch am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 festhalten. Putin äußerte sich außerdem positiv über eine Initiative Deutschlands zur Befriedung des Bürgerkriegs in Libyen.

Russlands Präsident Wladimir Putin will die von Deutschland geplante Friedenskonferenz in Berlin für das Bürgerkriegsland Libyen unterstützen. "Einige Sachen bedürfen noch der Vorarbeit, aber es wäre ein guter Schritt in die richtige Richtung", sagte der russische Präsident am Samstag bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Moskau. Dies müsse jedoch mit der libyschen Seite genau abgestimmt sein.

Längerer Friedensprozess in Libyen

Die Bundesregierung bemüht sich seit Monaten um eine politische Lösung für Libyen – unter Führung der Vereinten Nationen. Merkel erklärte in Moskau, sie hoffe, dass die russischen Bemühungen um einen Waffenstillstand in Libyen zum Erfolg führen. Die Friedenskonferenz in Berlin könne dann nur "Auftakt sein für einen längeren Prozess" sein.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Der von Russland unterstützte General Chalifa Haftar kontrolliert mit seiner selbst ernannten Libyschen Nationalarmee Gebiete im Osten des Landes, will aber die Macht über das ganze Land. Die Hauptstadt Tripolis ist unter Kontrolle der international anerkannten Regierung von Fajis al-Sarradsch. Diese wird unter anderem von Deutschland und der Türkei gestützt.

Festhalten am Atomabkommen

Putin und Merkel sprachen außerdem über weitere internationale Konfliktherde. Mit Blick auf den Iran betonten beide Politiker, sie wollten an dem Atomabkommen festhalten. "Wir sind uns einig, dass wir alles daran setzen sollten, das Abkommen zu erhalten", betonte Merkel. Putin forderte in diesem Zusammenhang von den Europäern, ihr Versprechen für einen "unabhängigen Finanzmechanismus" zu halten. Der Mechanismus soll dafür sorgen, dass Firmen trotz der US-Sanktionen Handel mit dem Iran treiben können.

Nord Stream 2 fertigstellen

Auch beim Thema Nord Stream 2 zeigten sich Deutschland und Russland einig. Die Gaspipeline durch die Ostsee werde trotz der US-Sanktionen und der Kritik einiger osteuropäischer Länder zu Ende gebaut, erklärten Putin und Merkel. Allerdings sei mit Verzögerungen beim Bau zu rechnen. "Ich hoffe, dass die Arbeit bis Ende des laufenden Jahres oder im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen wird und die Gasleitung in Betrieb genommen wird", sagte Putin. Infolge der US-Sanktionen hatten die Arbeiten gestoppt werden müssen, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe abzog.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Januar 2020 | 17:00 Uhr

15 Kommentare

Peter am 12.01.2020

Na Horst1, Sie scheinen ja ganz genau zu wissen, was Putin denkt. Von den von Ihnen an die Wand gemalten Differenzen kann ich im Bericht zum Treffen mit Merkel kein Wort lesen.
Schon eigenartig. Meinen Sie nicht auch?

Horst1 am 12.01.2020

@Wessi, mir bleibt es immer wieder ein Geheimnis,warum immer nicht angesprochene für andere antworten müssen? Was ist ein bockiger Tonfall mit übrigens einem N! Wenn Sie sich übrigens richtig informiert hätten, dann wäre Ihnen nicht entfallen, dass der Herr Putin für diese Frau Merkel und ihre Politik nicht viel übrig hat! Wenn Sie mich einen Rechtspopulisten nennen ( ohne 2 i) ,wie kann man dann Sie nennen?

Wessi am 12.01.2020

@ Horst1 ...merkwürdig-bockiger Tonnfall..woher Sie die Meinung nehmen, daß Putin mit der Politik unserer Kanzlerin unzufrieden wäre, ist nicht zu entschlüsseln."Körner wie die Hühner herauspicken" ist ja meist die Attitüde von Rechtspopilisten hier.Also wie wollen Sie angeredet werden..."Wertester"? Konveniert das?

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