Altenpflege Mindestlöhne für Pflegekräfte steigen

Für Beschäftigte in der Pflegebranche gelten ab 1. April 2022 höhere Mindestlöhne. Die neue Lohnuntergrenze war bereits vor zwei Jahren vereinbart worden. Ab September sollen die Löhne in der Altenpflege noch einmal steigen.

In der Pflegebranche gelten mit dem 1. April höhere Mindestlöhne. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums steigt der Stundenlohn für ungelernte Pflegekräfte von 12 Euro auf 12,55 Euro. Hilfskräfte mit einer mindestens einjährigen Ausbildung erhalten 13,20 Euro statt bisher 12,50 Euro. Für Pflegefachkräfte steigt der Mindeststundenlohn um 40 Cent auf 15,40 Euro.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte, die Anhebung des Mindestlohns sei nur ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer fairen Entlohnung des Pflegepersonals. Nur wenn in der Pflege Tarif und mehr die Regel ist, werde der Beruf attraktiv bleiben.

Deutliche Anhebung der Pflegemindestlöhne ab September

Mit der Anhebung der Lohnuntergrenze auf 12,55 Euro wurde der letzte von vier im Mai 2020 vereinbarten Schritten vollzogen. Im Februar dieses Jahres wurde eine weitere Anhebung der Brutto-Stundenlöhne in drei Schritten vereinbart. Ab September soll der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte stufenweise auf 14,15 Euro pro Stunde, für qualifizierte Pflegehilfskräfte auf 15,25 Euro pro Stunde und für Pflegefachkräfte auf 18,25 Euro pro Stunde angehoben werden.

Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil nannte die Lohnsteigerungen "eine gute Nachricht für die Altenpflegerinnen und -pfleger in Deutschland, die jeden Tag anpacken und sich um die älteren und pflegebedürftigen Menschen in unserer Gesellschaft kümmern".

Anspruch auf 29 Tage Mindesturlaub ab 2023

Außerdem haben Pflegekräfte künftig einen Mindestanspruch auf bezahlte Urlaubstage. Ab September soll der Mindesturlaub von aktuell 26 Tagen auf zunächst 27 Tage und ab 2023 auf 29 Tage angehoben werden.

Bund folgt Empfehlung der Pflegekommission

Mindestlöhne in der Altenpflege werden vom Bundesarbeitsministerium festgesetzt. Es richtet sich dabei nach den Beschlüssen der achtköpfigen, paritätisch besetzten Pflegekommission, der unter anderem Vertreter der Diakonie und der Caritas angehören.

In der Altenpflege arbeiten nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums rund 1,2 Millionen Beschäftigte, für die der Branchenmindestlohn gilt. Pflegekräfte in Privathaushalten fallen unter den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 9,82 Euro pro Stunde. Dieser soll nach dem Willen der Bundesregierung zum 1. Oktober auf 12 Euro angehoben werden.

Corona-Bonus für Pflegekräfte verabschiedet

Für ihre Arbeit in der Pandemie sollen Pflegerinnen und Pfleger einen Corona-Bonus bekommen. Die Bundesregierung verabschiedete dazu am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Insgesamt will der Bund dafür eine Milliarde Euro bereitstellen – je zur Hälfte für Kranken- und für Altenpflegekräfte.

dpa, AFP(dk)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. März 2022 | 20:15 Uhr

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