Mitteldeutschland Verdi ruft zu Streiks im Einzelhandel auf

Im Tarifkampf für die 280.000 Beschäftigten des Einzelhandels in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die Gewerkschaft Verdi für Donnerstag erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Hintergrund sind die seit Juni laufenden Verhandlungen, die laut Verdi bislang ohne spürbare Ergebnisse geblieben sind. Am 28. Juli beginnt die dritte Verhandlungsrunde.

Regenschirme mit der Aufschrift Handel ver.di und dem Bild einer erhobenen Faust liegen bei einem Warnstreik vor einem Lager des Discounters Lidl auf dem Asphalt
Die Streiks im mitteldeutschen Einzelhandel sollen am Donnerstag beginnen. Bildrechte: dpa

Bevor am 28. Juli die dritte Verhandlungsrunde für die 280.000 Beschäftigten im mitteldeutschen Einzelhandel beginnt, hat die Gewerkschaft Verdi erneut zu Streiks aufgerufen. Bestreikt würden ausgewählte Betriebe in Zeitz und Aschersleben in Sachsen-Anhalt, sowie Betriebe in verschiedenen Teilen Thüringens. In Sachsen-Anhalt werde es zudem eine Zusammenkunft der Streikenden in Seeburg am Süßen See und für die Thüringer in Erfurt geben.

Zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Die Gewerkschaft begründete den Streikaufruf mit fehlenden Ergebnissen. Die Tarifverhandlungen würden seit Juni in den drei Ländern ohne spürbare Fortschritte verlaufen.

Teilnehmer einer Streikkundgebung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi
Teilnehmer der letzten Streikrunde von Verdi Bildrechte: dpa

Verdi verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Zudem fordert die Gewerkschaft ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Juni einen Dreijahresabschluss angeboten und für das erste Jahr nach zwei Nullmonaten 2 Prozent, für das zweite Jahr 1,4 Prozent und für das dritte Jahr 2 Prozent.

Für Unternehmen, die von der Pandemie betroffen waren, sollen die Erhöhungen je zehn Monate beziehungsweise sechs Monate später gezahlt werden. Eine solche Differenzierung lehnt die Gewerkschaft ab.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juli 2021 | 06:09 Uhr

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