Online-Bundesparteitag Hennig-Wellsow und Wissler neue Linke-Chefinnen

Die Partei "Die Linke" wird künftig von einem Frauen-Duo geleitet. Die Delegierten eines Online-Parteitags stimmten für eine weibliche Doppelspitze, der die Thüringer Landeschefin Hennig-Wellsow angehört. Am Freitag hatten sich die langjährigen Vorsitzenden Kipping und Riexinger von der Basis verabschiedet.

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow
Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow führen jetzt die Partei "Die Linke". Bildrechte: dpa

Die Partei "Die Linke" hat zwei neue Vorsitzende. Auf einem Online-Parteitag wurden die Thüringer Linken-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow und die hessische Landtagsfraktionschefin Janine Wissler zur neuen Führungsspitze gewählt. Sie lösen Katja Kipping und Bernd Riexinger ab, die sich nach fast neun Jahren als Linke-Vorsitzende nicht noch ein einmal zur Wahl gestellt hatten.

Hennig-Wellsow: Deutschland braucht Die Linke

Wissler erhielt 84,2 Prozent der Stimmen. In ihrer Vorstellungsrede sagte sie, dass Reiche in der Corona-Krise noch reicher geworden seien. Sie warb dafür, die Gesellschaft grundsätzlich zu verändern. Von dem Parteitag solle ein Aufbruchsignal ausgehen.

Für Hennig-Wellsow stimmten 70,5 Prozent der Delegierten. Sie setzte sich auf einer sogenannten gemischten Liste gegen zwei Mitbewerber aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern durch. In ihrer Rede sagte Hennig-Wellsow, sie sei stolz auf die Partei. Die Linke sei eine wichtige Partei. Das Land brauche die Linke. Alle in der Partei eine, dass sie eine gesellschaftliche Veränderung wollten, die eine bessere Gesellschaft zum Ziel habe. Zugleich warb Hennig-Wellsow dafür, auch Regierungsverantwortung im Bund zu übernehmen.

Die Wahl der neuen Spitze muss noch per Briefwahl bestätigt werden.

Fraktionsspitze begrüßt Wahl

Die Fraktionschefs der Linken im Bundestag begrüßten die Wahl von Wissler und Hennig-Wellsow. Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch sprach von einem Aufbruchsignal. Mit dem heutigen Tag stiegen die Chancen für die Linke, bei der Bundestagswahl zweistellig zu werden. Co-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali sagte, man gehe geschlossen und mit neuem Mut in das Wahljahr.

Glückwünsche kamen auch von der Vorsitzenden der sächsischen Linken, Susanne Schaper. Sie sagte dem MDR, beide Frauen seien unterschiedlich sozialisiert und deshalb in der Lage, zwischen den Flügeln der Partei zu vermitteln. Die Linke werde geschlossen in das Wahlkampfjahr gehen.

Scharfe Kritik aus Thüringen

Der Generalsekretär der Thüringer CDU, Christian Herrgott, bezeichnete das neue Führungsduo der Linken als "toxische Mischung". Wörtlich sagte er, "das Duo mag über den Weg uneins sein, über das Ziel nicht, und das heißt Systemwechsel hin zu einem neuen Sozialismus". Der Thüringer AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner sagte, mit radikalen Figuren wie Hennig-Wellsow und ihren "Sturmtruppen der Antifa" sei nicht zu spaßen.

Thüringens FDP-Landtagsfraktionschef Thomas Kemmerich erklärte, Hennig-Wellsow verlasse ein sinkendes Schiff. Die Zustimmung für die Thüringer Minderheitsregierung nehme ab, Rot-Rot-Grün sei untereinander zerstritten. "In dieser Situation sucht die Fraktionsvorsitzende der Linken rechtzeitig vor der für Herbst geplanten Landtagswahl einen sicheren Hafen", so Kemmerich.

Linken-Landesvorstand berät über Nachfolge

Der Landesvorstand der Linken in Thüringen will am Montag über die Nachfolge von Hennig-Wellsow beraten. Das sagte ein Parteisprecher. Es solle dabei auch um die personelle Entwicklung mit Blick auf die im September anstehenden Landtagswahlen gehen.

Hennig-Wellsow hatte bereits im Vorfeld der Wahl zur Bundesvorsitzenden angekündigt, sich perspektivisch von ihren Ämtern als Partei- und Fraktionschefin in Thüringen zurückziehen zu wollen. Der Landesvorstand soll turnusmäßig im November neu gewählt werden, dafür ist ein Landesparteitag erforderlich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Februar 2021 | 12:00 Uhr

268 Kommentare

Tacitus vor 6 Wochen

Dreibeiner, "das braune Lager keift"- das muss die Hetze im Netz sein, von der man oft redet. Sie beschimpfen andere Foristen als "braun" und das geht durch die Netiquette?
Es geht nicht um "schwache Mädels"- Frau Wissler gehörte der vom VS beobachteten trotzkistischen Gruppe Marx21 an, ist eine Linksextremistin. Die Linke ist damit die einzige im Bundestag vertretene Partei, die eine extremistische Vorsitzende hat.

Sonnenanbeter vor 6 Wochen

Sie wollen das chinesische Modell, das auf Ausbeutung basiert und in dem selbst elementare Menschenrechte mit Füßen getreten werden, "etwas abgewandt" in unserem Rechtsstaat, der von China so weit entfernt ist wie die Erde vom Mond, "hoffähig" machen? Daran denken vermutlich nicht mal die kühnsten Kommunisten in der Linkspartei. Vielleicht nochmal reflektieren, was Sie da gerade von sich gegeben haben...

Usisavaci vor 6 Wochen

VERMÖGENSABGABE

fordern LINKE scchon immer bzw. seit 1991 oder
die ca. 10% Superreichen könnten ja ach Vermögenssteuer zahlen, die wollen aus Prinzip nicht und Regierende greifen lieber Kleinsparer und Kleinaktionäre mit 25% Kapitalertragssteuer und immer noch mit Soli-Abgabe in die Tasche

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