Steigende Preise Ernährungswissenschaftler: Obst und Gemüse niedriger besteuern

Obst und Gemüse werden immer teurer. Der Sozialverband VdK sieht die Gefahr von einem "Luxusgut" für Geringverdiener. Der Leipziger Ernährungswissenschaftler Lars Selig fordert deshalb von der Politik, die Steuern auf gesunde Lebensmittel zu senken.

Obst und Gemüse in einem Supermarkt
Die Preise für Obst und Gemüse sind zuletzt stetig gestiegen. Bildrechte: imago images/Rüdiger Wölk

Der Leipziger Ernährungswissenschaftler Lars Selig hat die Politik aufgefordert, gesunde Lebensmittel weniger zu besteuern. Selig ist Leiter des Ernährungsteams am Uniklinikum Leipzig. Er sagte MDR AKTUELL, zu einer gesunden Ernährung gehörten fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag. Das sei schon preisintensiv. Die Politik müsse daher gesunde Lebensmittel weniger und dafür ungesunde Lebensmittel mehr besteuern.

Selig rät aber auch dazu, mehr regionale Produkte einzukaufen – etwa auf dem Wochenmarkt. Auch der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten sei eine Möglichkeit, um Geld zu sparen.

VdK-Präsidentin: Obst und Gemüse

Der Sozialverband VdK hatte vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass die Preissteigerungen bei Obst und Gemüse vor allem Geringverdiener treffen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte, Obst und Gemüse drohten für Menschen in der Grundsicherung "endgültig zum Luxusgut" zu werden. Für Lebensmittel seien im Hartz IV-Regelsatz nur fünf Euro am Tag vorgesehen. "Das reichte schon bisher nicht für eine ausgewogene Ernährung, wie Studien nachgewiesen haben", erklärte Bentele. Zugleich kritisierte sie die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes um drei Euro als "lächerlich".

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts steigen die Lebensmittelpreise in Deutschland seit Jahren an. Im August erhöhten sie sich im Jahresvergleich um 4,6 Prozent. Gemüse wurde neun Prozent teurer, Obst um 2,5 Prozent.

Quelle: MDR, AFP (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2021 | 10:00 Uhr

Mehr aus Politik

Seehofer will Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze 1 min
Bildrechte: Bundespressekonferenz

Mehr aus Deutschland