Abwanderung und Umzug Leipzig, Dresden, Magdeburg…. Wo ziehen die meisten Menschen hin?

Die Abwanderungswelle ist vorbei, seit drei Jahren ziehen mehr Menschen nach Ostdeutschland hin als von dort weg. Aber was heißt das konkret? Welche Städte und Regionen sind besonders beliebt? Und bei wem? Und gibt es immer noch Orte in Mitteldeutschland, die weiterhin Einwohner verlieren?

Studentenleben vor dem Hörsaalgebäude.
Universitäten locken viele junge Menschen in die großen Städte Bildrechte: dpa

Von wegen Abwanderung aus Ostdeutschland, seit einigen Jahren kehrt sich der Trend um. Zuletzt hatten 35 der 50 mitteldeutschen Landkreise und kreisfreien Städte einen positiven Wanderungssaldo, das heißt mehr Menschen zogen hin als fort.

Vor allem die sächsischen Großstädte profitieren vom Zuzug junger Leute. Städte wie Leipzig und Dresden ziehen mittlerweile sowohl junge Ost- als auch Westdeutsche mit ihrem kulturellen Angebot und beruflichen Möglichkeiten an. Auch wenn sich der rasante Bevölkerungszuwachs in Leipzig abgeschwächt hat, ist die Messestadt weiterhin die Stadt, die mit Abstand am meisten neue Einwohner/-innen durch Zuzug gewinnen kann. Neben Leipzig und Dresden ziehen auch nach Magdeburg, Halle, Jena, Chemnitz, Erfurt und Weimar zunehmend junge Erwachsene.

Die Graphik zeigt die Zuzüge in mitteldeutsche Städte und Landkreise im Jahr 2019. Die hohen Zahlen für Leipzig und Dresden sind vor allem der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren zu verdanken.

Junge Leute wollen nicht auf dem Land leben

Die ländlichen Regionen sind für junge Erwachsene hingegen nicht so beliebt. Vor allem aus dem Landkreis Leipzig und aus dem Erzgebirge ziehen besonders viele der 18 bis 25-Jährigen weg. Familien mit Kindern hingegen wollen raus aufs Land. Die Landkreise Leipzig, Nordsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben einen hohen Zuwachs bei Kindern und Teenagern unter 18, während die Großstädte Dresden und Leipzig Kinder verlieren. Für Menschen im Rentenalter gleichen sich die Zu- und Fortzüge eher aus, getreu dem Motto "Einen alten Baum verpflanzt man nicht."

In Jena verdient man am meisten

Ein Grund dafür, dass die mitteldeutschen Großstädte bei jungen Menschen so beliebt sind, könnten die besseren Verdienstmöglichkeiten sein. Am meisten verdienen die Menschen in der Universitätsstadt Jena. Doch nicht einmal dieser mitteldeutsche Spitzenwert entspricht dem, was man durchschnittlich in Westdeutschland verdient.

Die Datenrecherche entstand im Zusammenhang mit dem TV Projekt "Wir Ostdeutsche – 30 Jahre im vereinten Land".

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Wir Ostdeutsche - 30 Jahre im vereinten Land | 28. September 2020 | 20:15 Uhr

Ein Angebot von

Mehr aus Politik

Mehr aus Deutschland

Entsorgung von Hausmüll Überfüllte Mülltonnen mit Restmüll stehen für die Abholung am Folgetag bereit. 4 min
Bildrechte: imago images/Gottfried Czepluch
4 min 26.09.2022 | 12:54 Uhr

Um 10 bis 15 Euro pro Jahr könnten die Müllgebühren im kommenden Jahr steigen. Grund ist die von Wirtschaftsminister Habeck geplante CO2-Steuer auf Abfallverbrennung. Wie sinnvoll ist die Abgabe?

MDR AKTUELL Mo 26.09.2022 06:17Uhr 04:02 min

Audio herunterladen [MP3 | 3,7 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 7,6 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/beste/audio-steuer-abgabe-abfall-muellverbrennung-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
Nicola Beer, stellvertretende Parteivorsitzende der FDP 4 min
Bildrechte: dpa