Die Linke Ausschluss abgelehnt: Sahra Wagenknecht bleibt in der Linkspartei

Die bei einigen ihrer Parteikollegen unbeliebte Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht wird nicht aus der Partei ausgeschlossen. Die Landesschiedskommission Nordrhein-Westfalen lehnte die beiden Anträge einstimmig ab. Rückenwind bekommt Wagenknecht auch von den beiden Linke-Vorsitzenden.

Sahra Wagenknecht am Mikrofon in Weimar.
Mit ihrem Buch "Die Selbstgerechten" hatte sich Sahra Wagenknecht in der Partei teilweise unbeliebt gemacht. Darin warnt sie vor einer "Lifestyle-Linken", die sich mehr um Themen wie Feminismus und Flüchtlingspolitik kümmert als um die soziale Frage. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Linken-Politikerin und Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl für Nordrhein-Westfalen, Sahra Wagenknecht, wird nicht aus ihrer Partei ausgeschlossen. Wie die nordrhein-westfälischen Linke mitteilten, hat die Landesschiedskommission die beiden vorliegenden Anträge auf Parteiausschluss einstimmig abgelehnt.

Landessprecher Christian Leye und Nina Eumann erklärten einer Mitteilung zufolge: "Wir sind froh, dass es eine Entscheidung in diesem wirklich unnötigen Verfahren gibt. Weder bei unseren Mitgliedern noch bei unseren Wählerinnen und Wählern ist dieses Verfahren auf Verständnis gestoßen." Die Entscheidung werde Wagenknecht im verbleibenden Wahlkampf Rückenwind geben.

Susanne Hennig-Wellsow (r-l, alle Die Linke), Linken-Parteichefin, Sahra Wagenknecht, nordrhein-westfälische Spitzenkandidatin für den Bundestag und deren Ehemann, Oskar Lafontaine, saarländischer Fraktionsvorsitzender der Linken
Sahra Wagenknecht (Mitte), hier mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine, hat während des Ausschlussverfahrens Rückendeckung von der Linke-Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow (r.) bekommen. Bildrechte: ddp

Umstrittenes Buch über die Partei

Wagenknecht ist Mitglied des NRW-Landesverbandes der Linken. Mit ihrem Buch "Die Selbstgerechten" war sie auch in den eigenen Reihen in die Kritik geraten. Mehrere Mitglieder der Linkspartei hatten daraufhin im Juni ein Parteiausschlussverfahren gegen Wagenknecht bei der Landesschiedskommission beantragt. Die Spitzen der Bundespartei und -fraktion hatten die Ausschlussanträge kritisiert und sich hinter Wagenknecht gestellt.

Quelle: dpa, AFP (cga)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. September 2021 | 13:30 Uhr

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