Parteien in Mitteldeutschland Mitgliederschwund bei CDU, AfD und Linken

Für die Parteien in Mitteldeutschland verlief das vergangene Jahr höchst unterschiedlich: Die Grünen und die FDP freuten sich über Zuwächse. CDU, AfD und die Linke dagegen verloren Mitglieder, während die Zahl bei der SPD stagnierte. Wie gehen die Parteien damit um?

Kugelschreiber der groߟen Parteien, Bundestagswahl 2017
Einige Parteien haben 2021 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Mitglieder dazugewonnen, andere wiederum verzeichnen Verluste. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Der Abwärtstrend ist gestoppt, freut sich Anja Zachow, die Geschäftsführerin der SPD in Thüringen. Zuletzt hatten die Sozialdemokraten im Freistaat Jahr für Jahr kontinuierlich Mitglieder verloren.

Lange Zeit sah es auch im vergangenen Jahr so aus, dass es so weitergeht, aber dann kurz vor der Bundestagswahl wendete sich das Blatt, betont die Thüringer Sozialdemokratin. "Wir haben das eigentlich erst in dem Moment, wo die Umfragewerte gedreht sind, auch bei uns in den Eintritten gemerkt. Das heißt, danach hatten wir zunehmend auch Menschen, die sich bei uns im Wahlkampf engagiert, uns unterstützt haben und eben auch Mitglied geworden sind."

SPD: Zahl der Mitglieder auf niedrigstem Stand seit der Wiedervereinigung

Knapp 11.800 SPD-Mitglieder gibt es zurzeit insgesamt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Unter dem Strich stagnierte die Zahl damit im vergangenen Jahr und pegelt sich damit bei den Sozialdemokraten auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung ein. Die Parteiarbeit funktioniere dabei aber noch ganz gut – an der Spitze und in der Basis.

Doch manchmal fehlten einfach Leute, erklärt Andreas Schmidt. Der Chef der SPD in Sachsen-Anhalt stellt fest: "Dass immer dann, wenn Hände und Köpfe gebraucht werden, beim Plakate aufhängen, dass es dann natürlich mit so wenigen Mitgliedern immer schwieriger ist, Wahlkampagnen zu fahren. Insbesondere flächendeckend da zu fahren, wo man nur noch ganz wenige Mitglieder hat oder nur noch betagte Mitglieder. Uns fehlen auch Mitglieder, wenn es um Themen geht, um Kandidierende von kommunalen Gebietskörperschaftsvertretungen."

CDU verliert in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen so viele Mitglieder wie keine andere Partei

Gut doppelt so viele Mitglieder wie die SPD hat die CDU in Mitteldeutschland, nämlich rund 24.300. Doch dafür verliert die CDU auch so viele Mitglieder wie keine andere Partei in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, zeigt die Nachfrage von MDR AKTUELL.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Christdemokraten um mehr als 800. Mario Karschunke, CDU-Generalsekretär in Sachsen-Anhalt will gegensteuern. "Gerade, wenn ich in die Altersstruktur der CDU in Sachsen-Anhalt gucke, dass wir mit 58 Jahren im Altersdurchschnitt natürlich deutlich älter sind und wir uns darauf konzentrieren müssen, wie wir wieder junge Menschen begeistert kriegen. Ich glaube, das ist eine Aufgabe, die uns stark beschäftigen wird."

Das Überalterungsproblem ist jedoch nirgendwo so groß wie bei den Linken. In Sachsen ist jedes fünfte Linkenmitglied inzwischen über 80 Jahre alt. Da viele versterben und nur wenige junge Menschen hinzukommen, hat die Partei ein immer größeres Personalproblem: Die Mitgliederzahl der Linken in Mitteldeutschland ging um 400 nach unten. Und auch die AfD klagt über weniger Mitglieder: Im vergangenen Jahr verlor sie rund 300.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2022 | 06:38 Uhr

Mehr aus Politik

Bundeskanzler Scholz bei seiner Regierungserklärung im Bundestag 1 min
Bildrechte: mdr
1 min 19.05.2022 | 11:51 Uhr

In einer Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Sondergipfel Ende Mai hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz im Bundestag zu den Folgen des russischen Angriffskriegs und den daraus folgenden Maßnahmen der EU geäußert.

Do 19.05.2022 11:16Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/video-scholz-regierungserklaerung-eu-sondergipfel-ukraine-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Deutschland

E-Bikes 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK