Neue Bundesministerin aus Dessau Steffi Lemke übernimmt Umweltressort

Die Grünen haben sich darauf geeinigt, wer in der voraussichtlichen Ampel-Koalition welchen Ministerposten übernimmt. Laut Bundesvorstand soll das Ressort für Umwelt die frühere Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke aus Sachsen-Anhalt übernehmen. Die gebürtige Dessauerin hat für die kommenden vier Jahre auch ihr Bundesland im Blick. Besonders am Herzen liegt ihr der Artenschutz.

 Steffi Lemke, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Sachsen-Anhalt, spricht auf dem Landesparteitag.
Steffi Lemke wurde 1968 in Dessau geboren und ist studierte Agrarwissenschaftlerin und ausgebildete Zootechnikerin. Bildrechte: dpa

Steffi Lemke sieht Deutschland in den nächsten Jahren vor großen Aufgaben. Für den Klimaschutz müsse man die Wirtschaft "in verschiedenen Bereichen fast neu erfinden", sagte die Grünen-Politikerin vor der Bundestagswahl. Als Beispiele nannte sie die Energieversorgung – aber auch das Verkehrswesen. Die neue Bundesregierung müsse schneller auf Elektromobilität umstellen, den Ausbau erneuerbarer Energien stärker fördern und bereits 2030 statt 2038 aus der Braunkohle aussteigen. Ziele, die nun im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien auch so formuliert wurden.

Das ist Steffi Lemke

Steffi Lemke sitzt seit 2013 für Bündnis '90/Die Grünen im Bundestag. Bereits von 1994 bis 2002 war sie Abgeordnete. Dazwischen arbeitete sie als Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. In der letzten Legislatur war sie die Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutzpolitik ihrer Fraktion. Lemke wurde 1968 in Dessau geboren und ist studierte Agrarwissenschaftlerin und ausgebildete Zootechnikerin. 1989 gehörte Lemke in der DDR zu den Mitbegründern der Grünen.

Lemke hat Sachsen-Anhalt im Blick

Als wahrscheinlich neue Bundesumweltministerin hat Lemke nun die Chance, diese Ziele mit zu verwirklichen. Lemke ist eine Politik-Veteranin, die bereits viermal in den Bundestag gewählt wurde. Für die kommenden vier Jahre hat die gebürtige Dessauerin auch ihr Bundesland im Blick. "Die Einschläge der Klimakrise kommen auch in Sachsen-Anhalt näher.", erklärte sie und verwies auf die Dürre, die Landwirten hier zu schaffen mache, und auf die letzten Hochwasser an Selke und Elbe. Umso wichtiger sei es ihr, dass der Transformationsprozess in der Strukturwandelregion im Süden gut gelinge. Aber auch, dass die Menschen vor Ort mitgenommen würden und ein sozialer Ausgleich geschaffen werde.

Mehrere Milliarden für Renaturierung

Lemkes Herzensthema ist allerdings der Artenschutz. Im vergangenen Bundestagswahlkampf besuchte Lemke deshalb auch Projekte wie den Verein Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode. Der hat in der Harzstadt mehrere Fischtreppen mitgeplant und -gebaut. Die sorgen nun dafür, dass sich im Fluss Holtemme weiterhin die Bachforelle verbreitet.

Sollte ihre Partei nach der Bundestagswahl mitregieren, sagte sie damals, wolle sie ein milliardenschweres Renaturierungsprogramm auflegen. Deutschland habe international schließlich eine "besondere Verpflichtung" für den Erhalt von Biotopen, erklärt Lemke. Der Artenschutz sei zudem eng mit dem Klimaschutz verbunden.

Vom linken Flügel der Grünen

Die 53-Jährige Lemke wird eher zur Parteilinken gezählt. Im Jahr 2001 war sie eine von acht Grünen-Abgeordneten, die sich gegen eine Beteiligung der Bundeswehr am Afghanistan-Einsatz ausgesprochen haben. Da sich die damalige rot-grüne Koalition maximal vier Abweichler leisten konnte, stimmte sie schließlich für die Entsendung deutscher Truppen.

Quelle: MDR(kos/dkn)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. November 2021 | 22:00 Uhr

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