recap Planlos durch die Hitze - Wie steht es um Hitzeschutzpläne in Deutschland?

In dieser Nachrichten-Woche haben wir gefragt: Warum sind kaum Landkreise und Städte auf die extreme Hitze vorbereitet? Wo hakt es, welche Ansätze gibt es schon und wie könnte ein Hitzeschutzplan funktionieren?

Planlos durch die Hitze
Host Philip präsentiert die neue Folge "recap" zum Thema Hitze, Waldbrände und Personalmangel. Bildrechte: MDR

"36 Grad und es wird noch heißer" - Tatsächlich wurde in Mitteldeutschland der Hitzerekord geknackt! Mittwochnachmittag waren's in Rudolstadt in Thüringen 40,1 Grad.

In den letzten Jahren haben diese Extremtemperaturen allein in Deutschland tausende Tote gefordert. 2018 waren es 8700, ein Jahr später 6900 und 2020 - 3700. Also weniger - ist das Problem damit kleiner geworden? Ne, ganz und gar nicht. Einmal ist die Dunkelziffer viel höher und wir haben unser Verhalten schon besser an die Hitze angepasst. Sowas wie: mehr trinken oder sich nicht mehr in die pralle Sonne hauen.

Wer kümmert sich darum, dass Menschen nicht an der Hitze sterben?

Bund, Länder und Kommunen sind sich uneinig. Die Ministerien in Mitteldeutschland sagen: Die Kommunen müssen den Hitzeschutz selber regeln. Denn die kennen sich ja am besten mit ihren lokalen Gegebenheiten aus.

Doch nur jeder fünfte Landkreis in Deutschland hat überhaupt ein Hitzekonzept. Das hat "Die Zeit" herausgefunden. Und viele Landkreise wissen teilweise nicht mal, wie viele ihrer Einwohner überhaupt gefährdet sind. Heißt: Schulen, Pflegeheime und Krankhäuser sind auf sich allein gestellt.

Andere Länder sind schon viel weiter: In Frankreich gibt es ein Register mit allen Alleinstehenden über 60. Bei einer Hitzewarnung werden die dann angerufen und Sozialarbeiter bringen Wasser vorbei. Auch Italien und Spanien haben Hitzenotpläne.

Wie kann ein Hitzeschutzplan aussehen?

Es gibt bereits mehrere Ansätze. Zum Beispiel müssen neue Gebäude mit mehr Abstand zu einander gebaut werden, damit die Luft besser zirkulieren und dadurch abkühlen kann. Außerdem generell mehr Grün: Denn Bäume und Dachgärten verringen die Temperatur um bis zu drei Grad! Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem Trinkwasserspender aufzustellen und sogenannten „Cooling Centers“ einzurichten. Also gekühlte Räume zum Beispiel in Einkaufspassagen oder Bahnhöfen.

Weitere Themen bei re·cap

Es gibt aber noch andere Themen bei recap: Deutschland ist "Waldbrandland". Was bis jetzt für Spanien oder Griechenland der Fall war, trifft jetzt wohl leider auch auf uns zu. Grund: extreme Trockenheit durch viele Hitzetage - bedingt natürlich durch den Klimawandel. Bei vielen Waldbränden muss zum Teil tagelang gelöscht werden. Deswegen haben wir von Recap uns gefragt, wie die Feuerwehren eigentlich aufgestellt sind? Können sie die vielen neuen Waldbrände wirklich löschen?

Deutschland leidet aber auch unter großem Personalmangel. Insgesamt sind über 1,7 Millionen Stellen im Land offen. Das ist ein neuer Rekord. Besonders hart trifft es u.a. die Gastronomie. Restaurants müssen zum Teil tagelang schließen und das in der Hauptsaison. Nur leider wird es Menschen, die hier in Deutschland arbeiten wollen immer noch - Überraschung - zu schwer gemacht. Weil sie ewig auf ihre Arbeitserlaubnisse warten, nicht in Sprachkurse kommen oder ihre Abschlüsse einfach nicht anerkannt werden.

Eine gute Nachricht haben wir auch: Schwimmen macht schlau! Forscher haben herausgefunden: dass wir uns durch das Schwimmen erlernte Dinge besser merken können.

Viel Spaß beim Schauen!

Dieses Thema im Programm: recap – bei Youtube | 15. Juli 2022 | 17:00 Uhr

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