Erhöhung der Altersbezüge Rentner können 2022 mit Erhöhung rechnen

Die Deutsche Rentenversicherung erwartet eine erhebliche Rentenerhöhung im nächsten Jahr. Die in diesem Jahr ausgebliebene Erhöhung soll 2022 in gewissem Umfang nachgeholt werden. Davon geht die Chefin der Rentenversicherung aus.

Eine Seniorin haelt Geldscheine in ihrer Hand.
Nach der Nullrunde in diesem Jahr können Rentner 2022 mit einem "ordentlichen Plus" rechnen. Bildrechte: MDR/imago/epd

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können nach Einschätzung der Rentenversicherung im kommenden Jahr eine "ordentliche" Erhöhung ihrer Bezüge erwarten. "Ich gehe davon aus, dass die ausgebliebene Erhöhung im kommenden Jahr in gewissem Umfang nachgeholt wird und die Rentner 2022 ein ordentliches Plus bekommen werden", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, den Funke-Medien.

Rentenerhöhung: Betrag noch unklar

"Wie viel mehr es sein wird, das wissen wir erst im nächsten Frühjahr, denn wir müssen ja die Lohnentwicklung im gesamten Jahr 2021 betrachten." Und es lasse sich derzeit nicht abschätzen, wie sich die vierte Corona-Welle auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirke. "Daher sind konkrete Vorhersagen zum jetzigen Zeitpunkt unseriös."

Geringe Erhöhung im Osten in 2021, Nullrunde im Westen

In diesem Jahr hatte es aufgrund des Corona-Einbruchs für Rentnerinnen und Rentner im Westen eine Nullrunde gegeben. In den neuen Bundesländern stiegen die Renten zum 1. Juli um rund 0,7 Prozent. Die Entwicklung der Rente ist an die Löhne gekoppelt. Diese waren im Corona-Jahr 2020 im Schnitt gesunken. Da eine Rentenkürzung durch eine "gesetzliche Rentengarantie" ausgeschlossen ist, stagnierten die Bezüge im Westen. Im Osten stiegen sie dennoch leicht, weil der Rentenwert schrittweise bis 2024 an den im Westen angeglichen wird.

Pensionen deutlich höher als Renten

Eine große Diskrepanz gibt es allerdings zwischen Renten und Beamten-Pensionen. 82 Prozent der gesetzlichen Renten belaufen sich auf weniger als 1.500 Euro. Dagegen liegen 95,1 Prozent der Pensionen von Bundesbeamten über 1.500 Euro. Das geht aus einer Anfrage der Linken hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

"Wenn 82 Prozent aller Renten unter 1500 Euro liegen, dann gibt es ein gewaltiges Problem", sagte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch. Auf diese Weise schwinde das Vertrauen in die gesetzliche Rente. "Das Gefälle zu den Beamtenpensionen zeigt eine Zweiklassengesellschaft." Bartsch forderte eine "große Rentenreform" nach dem Vorbild Österreichs. "Dort zahlen alle Bürger ein, auch Beamte, Selbstständige und Politiker." Die Renten im Nachbarland seien im Durchschnitt 800 Euro höher als in Deutschland, betonte Bartsch.

Genauer Blick auf die Statistik

Das Bundesarbeitsministerium wies in der Antwort auf die Anfrage der Linken darauf hin, dass in die Statistik unter anderem auch Renten eingehen, die etwa aufgrund von geringen Beschäftigungszeiten sehr niedrig ausfallen. Dagegen gelte im Berufsbeamtentum das Lebenszeitprinzip; zudem hätten viele Beamte einen Hochschulabschluss.

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Quelle: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. September 2021 | 10:00 Uhr

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