Bundesregierung Bundesregierung beschließt Rentenerhöhung

Die Ampel-Regierung hat die stärksten Rentenerhöhungen seit Jahrzehnten beschlossen. Im Osten steigen die Renten demnach ab Juli um 6,12 Prozent, im Westen um mehr als fünf Prozent. Sozialverbände weisen darauf hin, dass ein Großteil davon von der aktuell hohen Inflation wieder aufgefressen wird.

Senioren legen im Supermarkt an der Kasse ihre Ware auf das Band
Senioren beim Einkauf: Die Inflation frisst ein Großteil der Rentenerhöhung wieder auf. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Die Renten im Osten Deutschlands steigen ab Juli um 6,12 Prozent und im Westen um 5,35 Prozent. Das hat die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen. Die Erhöhung liegt damit leicht über der Rentenschätzung vom Herbst. Im Osten ist es der stärkste Anstieg seit 1994, im Westen gab es seit 1983 keine solche Erhöhung mehr.

Erwerbsminderungsrente wird auch angehoben

Der Gesetzentwurf von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) sieht außerdem Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente vor. Etwa drei Millionen Menschen sollen langfristig mehr Geld bekommen. Ab 1. Juli 2024 sind Zuschläge von bis zu 7,5 Prozent geplant.  

Zudem soll der sogenannte Nachholfaktor wieder in Kraft gesetzt werden. Er verhindert, dass bei sinkenden Löhnen auch die Renten sinken. Um diese Rentengarantie rechnerisch auszugleichen, können spätere Rentenanstiege dann geringer als Lohnerhöhungen ausfallen. Im schlimmsten Fall kann es so zu Nullrunden kommen wie im vergangenen Jahr. Die große Koalition hatte diesen Nachholfaktor ausgesetzt.

Sozialverbände: Inflation relativiert Rentenaufschlag

Sozialverbände und Gewerkschaften weisen jedoch auf die hohe Teuerungsrate hin. "Die in diesem Jahr vergleichsweise gute Rentenerhöhung wird von den steigenden Preisen komplett aufgefressen", sagte Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

dpa(ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. April 2022 | 12:00 Uhr

20 Kommentare

emlo vor 10 Wochen

Ich kann das Gejammer der heutigen Rentner nicht so recht hören. Die wirklichen Probleme für Rentner kommen erst noch, nämlich dann, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Selbstverständlich ist mir bekannt, dass es auch heute schon Rentner mit geringen Renten gibt. Aber pauschal zu behaupten, die Rentner würden in die Armut gestürzt, geht doch weit an der Realität vorbei.

MDR-Team vor 10 Wochen

Lieber User, mehr Infos zur Inflationsrate und zur Erhebung der Daten finden Sie beim Statistischen Bundesamt ausführlich erläutert: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/04/PD22_160_611.html Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

kleinerfrontkaempfer vor 10 Wochen

Ist die aufgezeigte Inflation wirklich die reale oder nur eine angepasste, passende Zahl!?
Natürlich werden sie ihre Angaben und die der hohen Politik nicht in frage stellen.
Zu wünschen wäre eine objektive Darstellung wie sie z.B. in den USA mit "trueflation" nachvollzogen werden kann auch für die BRD.

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