Corona-Krise Geringe Rentenerhöhung nur im Osten

Im Osten Deutschlands steigen die Renten im Sommer nur gering, im Westen erstmals seit Jahren gar nicht. Das hat das Kabinett nun beschlossen.

Zwei Senioren gehen Hand in Hand auf einem Fuߟweg in Berlin.
Nach Jahren regelmäßiger Rentenerhöhungen bleiben die Altersbezüge in Westdeutschland erstmals wieder unverändert, im Osten gibt es nur einen minimalen Anstieg. Bildrechte: dpa

Die Renten steigen in diesem Jahr in Ostdeutschland nur minimal um 0,72 Prozent. Im Westen fällt die sonst im Sommer übliche Erhöhung ganz aus. Das hat das Bundeskabinett beschlossen, nachdem Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Pläne aus seinem Ministerium bereits im März vorgestellt hatte.

Corona-Krise schlägt durch

Damals erklärte Heil, es wirke sich die Corona-Krise nun auch auf die Rentenanpassung aus. Zum letzten Mal fiel eine Rentenerhöhung 2010 aus – im Jahr nach der Finanzkrise. Seitdem waren die Altersbezüge jedes Jahr gestiegen. Im vergangenen Jahr konnten sich Rentnerinnen und Rentner noch einmal über ein kräftiges Plus von 4,2 Prozent im Osten und 3,45 Prozent im Westen freuen.

Grundlage für die jährliche Anpassung ist unter anderem die Lohnentwicklung im Vorjahr. Demnach betrug die maßgebliche Lohnentwicklung im vergangenen Jahr im Westen minus 2,34 Prozent. Rein rechnerisch hätte es im Westen also sogar eine Rentenkürzung geben müssen. Das ist aber gesetzlich ausgeschlossen.

Dass die Renten im Osten trotz Krise anders als im Westen leicht steigen, liegt an der sogenannten Angleichungstreppe: Bis 2024 wird der Rentenwert im Osten schrittweise an den im Westen angepasst – bis er gleich hoch ist.

Quelle: MDR, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. März 2021 | 14:00 Uhr

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