Nach Vergiftung Russische Polizei will Nawalny befragen

Die russische Polizei will den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in Deutschland befragen. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass wollen russische Ermittler anwesend sein, wenn deutsche Experten Nawalny befragen. Die Berliner Senatsjustizverwaltung will dem Gesuch nachkommen.

Alexej Nawalny bei Demo
Die russischen Behörden möchten sich an der Untersuchung zu Nawalnys Vergiftung beteiligen. Bildrechte: IMAGO

Russland will eigene Ermittler im Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny nach Deutschland schicken. Die Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass das russische Innenministerium ein entsprechendes Gesuch an die deutschen Behörden vorbereite.

Russische Polizei will "klärende Fragen" stellen

Demnach will Russland beantragen, dass russische Ermittler anwesend sein dürfen, wenn deutsche Experten bei Nawalny Ermittlungen durchführten. Wie die sibirische Polizei am Freitag mitteilte, wolle Russland erreichen, dass russische Ermittler dem Oppositionellen und anderen Zeugen "klärende und zusätzliche Fragen" stellen können.

Die Berliner Senatsjustizverwaltung will nach eigenen Angaben dem Gesuch nachkommen. Die Staatsanwaltschaft sei von der Verwaltung beauftragt wurden, Auskünfte über den Gesundheitszustand Nawalnys einzuholen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mit. Dies gelte unter dem Vorbehalt der Zustimmung Nawalnys.

Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland kollabiert. Nach der Landung war er zunächst in einer sibirischen Klinik in Omsk behandelt worden, ehe er nach Deutschland ausgeflogen wurde. Spezialisten der Bundeswehr hatten bei ihm einen chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe nachgewiesen.

Der Vorfall belastet die deutsch-russischen Beziehungen. Deutschland und andere Staaten forderten den Kreml auf, den Vorfall aufzuklären. Russland hat sich mittlerweile zu internationaler Zusammenarbeit bereit erklärt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. September 2020 | 06:15 Uhr

10 Kommentare

p1ckering vor 46 Wochen

"...hilfreicher wäre verstehen."
Ich schlage vor, sie fangen damit bei sich selbst an, es scheint mehr als dringend notwendig zu sein, wie man auf ihre Einlassung zu meinem 1. Kommentar sehen kann.
Ausserdem sollten sie sich mal mit der Thematik "Konstruktiver Dialog" beschäftigen, das was sie hier abliefern, hat mit Konfliktlösung definitiv nichts zu tun.
schöntachnoch

p1ckering vor 46 Wochen

Diese Frage läßt sich ganz einfach beantworten: NIchts.
Und ganz nebenbei bemerkt, trifft das bilateral für ALLE Staaten zu.
Allerdings hege ich Zweifel, ob sie den Sinn meines Beitrags wirklich verstanden haben. Vielleicht sagen sie mir nochmal konkret, was ihnen daran nicht gefallen hat.

Ekkehard Kohfeld vor 46 Wochen

"Deutschland steht nach wie vor in der Pflicht, die angeblichen Beweise,
dass 1. eine Vergiftung und 2. Diese mit Nowitschok erfolgte, offenzulegen, d.h. stichhaltig den Erkenntnisweg darzulegen. "

Sagen sie uns doch mal was Deutschland die inneren Angelegenheiten eines andern souveränen Staates angehen.Ich bin gespannt.😡😡😡

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