Gleichstellung Auf Initiative Sachsens: Bund soll mehr Elternzeit für Väter prüfen

Elternpaare können in Deutschland maximal für 14 Monate Elterngeld beantragen und damit ihre jobfreie Elternzeit finanziell absichern. Meist schöpfen die Mütter ein Jahr des Elterngeld-Bezugszeitraums aus, Väter dagegen selten mehr als zwei Monate. Sachsens Gleichstellungsministerin Katja Meier (Grüne) will das zugunsten der Väter verändern.

Ein Vater mit seinem kleinen Kind
Sachsen hat beim Treffen der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen der Bundesländer den Vorschlag unterbreitet, dass Väter stärker an der Elternzeit beteiligt werden sollen. Bildrechte: imago images / Westend61

Sachsen setzt sich dafür ein, dass Väter stärker an der Elternzeit beteiligt werden. Wie das Ministerium für Gleichstellung mitteilte, hat der Freistaat am Donnerstag beim Treffen der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen der Bundesländer einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Der wurde einstimmig angenommen. Sachsens Ressortchefin Katja Meier (Grüne) sagte: "Väter erfahren durch eine längere Elternzeit von Anfang an eine intensivere Bindung zu ihrem Kind und leben durch ihr erhöhtes Engagement zu Hause zeitgemäße Geschlechterrollen vor."

Ein lachendes Baby 4 min
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Wie sich ein Vater zwischen Windeln, Babyfläschchen und Möhrenbrei fühlt, hat der Autor Christian Busemann in seiner Buchreihe "Papa to go" aufgeschrieben. Wie kam er auf die Idee darüber zu schreiben?

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Do 10.06.2021 11:10Uhr 04:28 min

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Staat zahlt monatlich bis zu 1.800 Euro

Der Bund soll nun prüfen, ob weitere Ansätze für eine intensivere Inanspruchnahme der Elternzeit durch Väter gesetzt werden können. Außerdem sollen Bund, Länder und Kommunen die Bedingungen für Elternzeiten von Vätern im öffentlichen Dienst verbessern. In Deutschland zahlt der Staat ein Basiselterngeld von bis zu 1.800 Euro zwölf Monate lang. Beantragen beide Eltern die Leistung, kommen noch zwei Monate hinzu.

Väter nehmen nur Minimum der Zeit in Anspruch

Nach Angaben des Ministeriums nahmen vergangenes Jahr Väter nur etwas mehr als das Minimum (2,9 Monate) in Anspruch, Mütter nahezu das Maximum (11,6 Monate). Als Gründe geben Männer finanzielle Nachteile und mögliche negative berufliche Konsequenzen an. Meier betonte, es sei ermutigend, dass mehr Väter in Elternzeit gingen. "Erfreulich ist insbesondere, dass Väter aus Sachsen 2020 am häufigsten Elterngeld bezogen haben. Allerdings wählen Väter kaum mehr als das Minimum von zwei Monaten. Das wollen wir ändern."

Quelle: dpa/MDR SACHSEN/sw

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