Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWelt

Sachsen-Anhalt

Schüler und Lehrer fordern Anpassung von Prüfungen

von Marc Zimmer, MDR AKTUELL

Stand: 14. Januar 2021, 11:20 Uhr

Online-Unterricht, Video-Konferenzen mit dem Lehrer, eigenverantwortliches Lernen – die Corona-Pandemie beeinträchtigt den Schulalltag stark. Das trifft besonders die Schülerinnen und Schüler, die bald ihren Abschluss machen wollen. Muss man der Situation also Rechnung tragen, wenn es an die Abschlussprüfungen geht – diese beispielsweise leichter machen oder die Themen einschränken?

Am Niveau der Prüfungen soll sich nichts ändern, da sind sich Lehrerverbände, Elternrat und Ministerium in Sachsen-Anhalt einig. Selbst der Landesschülerrat wolle keine leichteren Prüfungen, sagt dessen Vorsitzender, Felix Schopf. Denn: "Wir befürchten, dass damit nachher eine Benachteiligung in der Berufswahl erfolgen kann." Es müsse sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler ein gleichermaßen anerkanntes Abschlusszeugnis erhalten wie alle anderen Schüler, die vor der Pandemie ihren Abschluss absolviert haben.

Deswegen müssten sich die Kultusminister bundesweit mit den Hochschulen und Arbeitgebern absprechen, fordert Eva Gerth, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Was aber die Prüfungen selbst angeht, da könne man sicher über Anpassungen reden. "Das beginnt bei Einschränkungen von prüfungsrelevanten Themen, das könnten Terminänderungen sein".

Kürzungen ja, aber nicht in der Qualität

Auch die Lehrerverbände im Land pochen darauf, dass die Qualität der Abschlüsse erhalten bleibt. Der Realschulabschluss etwa sei ein Qualitätssiegel für die mittelständische Wirtschaft, sagt die Landesvorsitzende  des Sekundarschullehrerverbands, Claudia Diepenbrock. "Unser Ziel ist es, die Jugendlichen auf das Berufsleben vorzubereiten. Im Kompetenzbereich darf also keine Niveauabsenkung stattfinden. Im Bereich der Wissensvermittlung muss man sich allerdings aufs Wesentliche beschränken und sicherlich einige Kürzungen vornehmen."

Auch an den Gymnasien dürfe es kein "Notabitur" geben, sagt der Landesvorsitzende des Philologenverbands, Thomas Gaube. Trotzdem müsse man in den Prüfungen auf das Corona-Schuljahr reagieren. Diesen Spagat hält er aber für durchaus machbar. "Man guckt, welche Wissensbestände wurden vollumfänglich vermittelt und dann reduziert man – und das ist keine Reduzierung im Niveau, sondern eine stofflich-inhaltliche Reduzierung – auf die, von denen man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sagen kann, die wurden in allen Schulen ordentlich und in einer vernünftigen Tiefe behandelt und vermittelt."

Bildungsministerium am Zug

Das müsse aber jetzt angegangen werden, fordert Gaube – und nicht erst im März oder April. Das Bildungsministerium suche aktuell nach solchen Möglichkeiten, die Prüfungen so anzupassen, dass sie "fair und situationsgerecht gestaltet werden können", sagt Sprecher Stefan Thurmann. "Beispielsweise eine höhere Wahlfreiheit bei den Prüfungsaufgaben, sodass man vielleicht Aufgaben, die Bereiche betreffen, die nicht so intensiv bearbeitet werden konnten, auch nicht in den Prüfungen bearbeiten muss."

Bereits im Sommer hat das Ministerium den Schulen auch einige Bereiche aus dem Lehrplan genannt, die pandemiebedingt in diesem Schuljahr nicht prüfungsrelevant werden, sagt Thurmann. GEW, Landeselternrat und Philologenverband fordern hier aber Nachbesserungen: Schließlich habe man im Sommer noch nicht gewusst, dass die Schulen im Winter nochmal wochenlang zu sein würden.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 14. Januar 2021 | 06:08 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen

Noch mehr Nachrichten finden Sie hier:

Inhalte werden geladen ...
Alles anzeigen

Mehr aus Politik

Inhalte werden geladen ...
Alles anzeigen

Mehr aus Deutschland

Inhalte werden geladen ...
Alles anzeigen