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SommerschulenErholung und Spaß statt Nachholen von Lernstoff

von Raja Kraus, MDR AKTUELL

Stand: 10. Juli 2021, 11:18 Uhr

In wenigen Wochen beginnen die Sommerferien. Doch in der Schule waren die meisten Schülerinnen und Schüler in diesem Schuljahr coronabedingt nur selten über längere Strecken. Und obwohl zweifelsohne viel Lernstoff auf der Strecke geblieben ist, setzen die Länder nun andere Schwerpunkte als Sommerschulen.

Sommerschulen könnten helfen, Lernstoff aufzuholen, sagt Mareike Kunter – aber sie müssten gut konzipiert sein und ganz individuell beim Bedarf einzelner Kinder ansetzen. Die Direktorin der Abteilung "Lehr- und Lernqualität in Bildungseinrichtungen" am Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sagt deshalb: "Ich glaube, dass es sinnvoller ist, sich für das Schuljahr wirklich gute Konzepte zu überlegen und dann im Schuljahr gut geordnet, gut strukturiert zu starten, als jetzt in den kommenden Wochen schnell etwas zu kreieren, was dann aber nicht wirklich sinnvoll ist."

Zu diesem Schluss ist man offenbar auch in Sachsen gekommen. Sommerschulen wie im vergangenen Jahr soll es in Sachsen deshalb nicht geben. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern hätten sich jetzt eine Zeit des Durchatmens verdient, heißt es aus dem Kultusministerium.

Nachhilfeangebote starten im neuen Schuljahr

Nachhilfeangebote, spezielle Kurse und Ganztagsbetreuung starten deshalb erst mit dem neuen Schuljahr – nur wenige Maßnahmen, wie etwa Schwimmkurse, fänden bei Bedarf schon in den Ferien statt.

Joanna Kesicka, Vorsitzende des Landesschülerrats Sachsen, hätte umfassendere Angebote allerdings begrüßt: "Die Sommerschulen sind per se keine schlechte Idee und gerade, wenn Schulen das quasi selbstständig auf die Beine stellen und die Freiwilligkeit dort betont ist, kann das eine sehr gute Sache sein", sagt sie.

Lerncamps in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt soll es in den Sommerferien Lerncamps für Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Pilotprojekts geben, teilt das Bildungsministerium MDR AKTUELL mit. Sie werden in Kooperation mit dem Jugendherbergsverband und dem Landesverband der Volkshochschulen durchgeführt. Die meisten Aufhol-Angebote werden aber auch hier erst mit dem neuen Schuljahr starten.

Das Thüringer Bildungsministerium hat "Bildungsunterstützende Ferienkurse" an allgemeinbildenden Schulen ins Leben gerufen. Die sollen jedoch vor allem Spaß machen und dem sozialen Miteinander dienen, nicht dem Nachholen von Lernstoff, sagt Claudia Koch von der Landeselternvertretung Thüringen.

Sie führt weiter aus: "Wir als Elternvertretung haben von vornherein gesagt, wir möchten, dass sich unsere Kinder im Sommer erholen können. Sie brauchen diese Erholung auch." Homeschooling, der Druck in den Schulen – das müsse verarbeitet werden. Auch bräuchten Familien gemeinsame Zeit.

Familien entlasten

Die Ferien sollten nicht dazu genutzt werden, "um irgendwie Schule nachzuholen, so das notwendig ist. Sondern wir wollen die Ferien auch zur Erholung nutzen", sagt Claudia Koch. Mit den Sommerkursen sollten Familien etwas entlastet und die Kinder wieder zurück in den Alltag gebracht werden. Sport oder Wandern, Töpfer- oder Zeichenkurse stehen deshalb zum Beispiel auf dem Programm.

Verpassten Stoff mit Extra-Angeboten nachholen – damit will auch Thüringen bis zum neuen Schuljahr warten.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2021 | 06:08 Uhr

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