Öffnungen der weiterführenden Schulen Zu wenig Coronatests für Schülerinnen und Schüler in Sachsen vorhanden

Vor der Wiedereröffnung der weiterführenden Schulen am kommenden Montag sollen alle Kinder und Erwachsen auf Corona-Infektionen getestet werden. Das Kultusministerium sprach in seiner Ankündigung von einer Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 und das gesamte Personal der Schulen, sobald ausreichend von den leichter handhabbaren Selbsttests zur Verfügung stehen. Doch in der kommenden Woche wird das möglicherweise noch nicht der Fall sein.

Eine Schülerin einer 12. Klasse schreibt während einer Unterrichtsstunde an der Max-Planck-Schule auf ihrem Tablet.
Bald sollen Schülerinnen und Schüler einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. Bildrechte: dpa

Wenige Tage vor der Öffnung der Schulen für die Klassenstufen 5 bis 10 ist noch einiges unklar. Heike Palluch leitet das Immanuel-Kant-Gymnasium in Leipzig. Sie sagt: "Wir haben im Moment noch wenige Informationen. Wir wissen, dass das DRK die Tests wieder durchführen wird – also noch keine Selbsttests für Schüler, sondern die Schnelltests durch das DRK. Das wird sich mit den Schulen in Verbindung setzen, die Tests planen."

Hoher Aufwand für die Testteams

Diese von manchen als unangenehm empfundenen Schnelltests sind vorgesehen für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 bis 10, allerdings auf freiwilliger Basis. Rund 500 Gymnasien und Oberschulen gibt es in Sachsen. Das DRK koordiniert für den Einsatz etwa 200 Testteams verschiedener Hilfsorganisationen.

Beteiligt sind auch die Johanniter, zum Beispiel mit den Verbänden Meißen-Mittelsachsen, Erzgebirge und Leipzig-Nordsachsen. In Leipzig ist Ausbildungsleiter Stefan Kupietz dabei. Er merkt an, dass die Schulen in A- und B-Wochen oder an verschiedenen Tagen arbeiten. So würden sie nicht nur am Montag, sondern an verschiedenen Tagen an der Schule sein. "Das ist natürlich auch eine Frage der Kapazität. Es sind viele Schulen und so kann es sein, dass wir bis Donnerstag noch in den verschiedenen Schulen sind, um zu testen."

Unterricht beginnt mit ungetesteten Schülerinnen und Schülern

Auch Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker beteiligen sich an der Aktion. Die Schnelltestkits liefert das Landesamt für Schule und Bildung. Bislang habe das gut geklappt, sagt Stefan Kupietz von den Johannitern.

Schulleiterin Palluch vom Kant-Gymnasium hat noch ausreichend im Schrank. Sie sind von den letzten Testterminen übrig, mit denen die 11. und 12. Klassen einmal im Januar und Februar getestet wurden. Mit den Selbsttests für die 5. und 6. Klassen, die dann verpflichtend sein sollen, rechnet die Schulleiterin erst eine Woche später als geplant, am 22. März: "Dennoch beginnen wir mit dem Unterricht mit ungetesteten Schülern, mit ungeimpften Lehrern und das ist natürlich ein Zustand, der wenig zufrieden stimmt."

Vorerst keine Testpflicht an Schulen

Nachfrage im Kultusministerium: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, sagt Sprecherin Susann Meerheim: "Die Selbsttests für die Schulen sind bestellt. Die werden Ende der Woche ausgeliefert und dann am Freitag oder Samstag an die Schulen verteilt. Zumindest die erste Charge."

Heißt das also, dass alle Schulen am Montag die nötigen Selbsttests zur Verfügung haben? Das könne Susann Meerheim zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Ich denke, nächste Woche wird es selbst dort, wo die Tests an den Schulen vorliegen, am Montag erstmal so eine Art  Probelauf geben, denn die Lehrer und die Schüler müssen sich ja auch erst einmal an das neue Verfahren herantasten und gucken, wie das mit den Selbsttests läuft."

Daher bestehe vorerst noch keine Testpflicht. Ausgeschlossen wird also erst einmal niemand, der ungetestet zum Unterricht kommt. Ab der Woche darauf, also ab dem 22. März, sollten dann alle Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 12. Klasse einmal wöchentlich die Selbsttests nutzen, so die Ministeriumssprecherin.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. März 2021 | 06:08 Uhr

14 Kommentare

Luzi vor 37 Wochen

Mir persönlich wäre es lieber gewesen,die Schulen wären bis nach Ostern für die Klassen 5-9 geschlossen geblieben.Allerdings habe ich mit der angekündigte.en Testpflicht gedacht ,dass man hier eine sicherheitsorientierte Entscheidung getroffen hat.Nun ist dies nicht umsetzbar und ich erwarte eigentlich eine Korrektur-und wenn es auch nur das Aussetzen der Präsenzpflicht bis Ostern ist.
Somit könnte jeder für sich entscheiden.Eine Durchsetzung der Schulöffnung,auch in Hinblick auf die Erkenntnisse bezüglich der Mutationen,halte ich für grob fahrlässig.
Was am Ende bei einem vorerkrankten Kind bleibt ist die Krankschreibung.Hierbei entsteht dann allerdings wieder eine Benachteiligung.

nasowasaberauch vor 37 Wochen

In dieser Krise war Ankündigung und Durchführung selten übereinstimmend. Selbsttest ab 1. März überall erhältlich und 1/Woche Schnelltest kostenlos in Apotheken mit Zertifikat. Realität heißt Selbsttest vergriffen, Schnelltest nur mit Anmeldung. Bei der Impfung ist es ebenso. Arztpraxen impfen ab April, dann Mitte April, dann ab 19. April und die Kassenärzte rechnen jetzt ab Mai. Die Bürger sind immer wieder versucht den Ankündigungen Glauben zu schenken, weil die Hoffnung stirbt ja immer zuletzt. Die Politik verkommt immer mehr zur Lachnummer.

Privat vor 37 Wochen

Ich habe auch nichts anderes erwartet. Nur sollte Herr Piwarz einfach zu seinem Wort stehen. Schule auf nur mit Test. Das bedeutet ohne Test Schule zu. Herr Kretschmar war da auf dem richtigen Weg. Schule auf nach Ostern, wenn die Tests da sind. Jetzt ist erneut alles schiefgelaufen. Fallzahlen steigen und wir machen auf. Hauptsache die Schule ist überhaupt auf, da kann man in 5 Tagen wenigstens ein paar Arbeiten schreiben. Irgendwie muss das Schuljahr ja bewältigt werden. Und bevor man nach Ostern wegen steigender Inzidenz nicht mehr öffnen kann, macht man es jetzt. Dann wird man wieder sagen Schulen sind sicher, weil wir testen. Und eh dann die nächste Schließung kommt, ist das Schuljahr rum. Ach wie wäre es schön, wenn Herr Kretschmar Kultusminister wäre. Seine Aussage zu den Schulen hat zwar viele Eltern sprachlos gemacht, aber es wäre die richtige Entscheidung gewesen. Die Gesundheit aller Beteiligten ist wichtiger als 5 Praesenztage.

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