Afrikanische Schweinepest Ostdeutsche Bauern fordern Hilfe der Kanzlerin bei Schweinepest

Die Schweinepest ist in den Ostdeutschen Wäldern auf dem Vormarsch. Die Landwirte haben Angst um ihre Hausschwein-Bestände und fordern jetzt eine einheitliche Linie vom Bund gegen die Seuche.

Wildschweine in einem Waldgebiet im Stadtbezirk Tegel in Berlin, 2016
Bisher wurden in Sachsen und Brandenburg Schweinepest-Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen. Bildrechte: dpa

Landwirte aus Ostdeutschland haben Kanzlerin Merkel aufgefordert, den Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest zur Chef-Sache zu machen. In einem offenen Brief heißt es, Länder und Landkreise gingen nicht mit der nötigen Durchsetzungskraft gegen die Seuche vor. Für die Ausrottung der Seuche gebe es kein schlüssiges Konzept.

Der Bund verweise an die Länder, die Länder verwiesen an die Landkreise und die Kreisverwaltungen hätten nicht die nötigen finanziellen Mittel, um mit professionellen Zaunbaufirmen schnell und gründlich Gebiete abzusperren.

Preisverfall durch die Afrikanische Schweinepest

Die Schweinehalterverbände der fünf Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern rechnen vor, dass Schutzmaßnahmen gegen die Seuche die deutsche Schweinefleischbranche jährlich mehrere Milliarden Euro kostet. Viele Betriebe hätten bereits aufgeben müssen.

Ein Schild mit der Aufschrift "Achtung! Schweinepest". 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bisher wurde die Seuche nur bei Wildschweinen nachgewiesen. Ein Überspringen der Seuche auf Hausschweine würde nach Einschätzung der Verbände "sofort einen weiteren ruinösen Preisverfall bewirken." Der Preis für Schweinefleisch sei bereits stark gesunken, weil wichtige Abnehmer fehlen. Es bestehen Ausfuhrverbote von Schweineteilen in Nicht-EU-Staaten, besonders in asiatische Länder.

Die Afrikanische Schweinepest grassiert seit September 2020 unter Wildschweinen in Deutschland. Bislang wurde die Krankheit in Sachsen und Brandenburg nachgewiesen. Sie ist für Menschen und Haustiere ungefährlich, für Schweine endet sie aber meist tödlich.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. April 2021 | 12:30 Uhr

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