Einheitsjubiläum Unterwegs auf den "Straßen der Deutschen Einheit"

Was hat sich seit dem Einheitsjahr 1990 verändert? Wir haben nachgefragt, wie Menschen in Ost und West auf die Zeit danach schauen. Und zwar direkt an der wörtlichen Stelle: in den "Straßen der Deutschen Einheit" in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Und in Hessen. Denn die nach der Wiedervereinigung benannten Straßen und Plätze gibt es nicht nur im Osten.

Straßen der Deutschen Einheit
Bildrechte: MDR/Daniela Posern

Einfach eine Straße oder ein geschichtsträchtiger Ort?

Wie geht es Bewohnern und Geschäftsleuten in ihrer "Straße der Deutschen Einheit" heute? Wie erinnern sie sich an den Mauerfall? Reporterin Daniela Posern besucht Straßen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.

Von der Hauptverkehrsstraße im Stadtzentrum in Burgstädt bis hin zur Straße im Neubaugebiet von Wolmirstedt, an deren Ende es sogar einen "Spielplatz der Deutschen Einheit" gibt. Als Erinnerung an das Einheitsjubiläum pflanzt Daniela Posern gemeinsam mit den Anwohnern und Bürgermeistern einen Baum, der ebenso wie die Deutsche Einheit weiter wachsen und gedeihen soll.

Hauptschlagader der Stadt

Die "Straße der Deutschen Einheit" sei die "Aorta" von Burgstädt, erzählt der ehemalige Pfarrer der Stadtkirche. Tatsächlich führt sie einmal quer durchs Zentrum. Zahlreiche Geschäfte gibt es hier.

Daniela Posern spricht mit dem Altpfarrer über die spannende Zeit vor dem Mauerfall, mit alteingesessenen Geschäftsleuten und sie trifft zufällig den Mann, der sich vor dreißig Jahren im Stadtrat für den heutigen Straßennamen stark gemacht hat.

Wohnen und Leben in der "Platte"

Zu Gast in der sogenannten "Platte" von Wolmirstedt. In der ehemaligen Kaufhalle erzählt Physiotherapeutin Susanne Becker von der Chance ihres Lebens.

Die Vorschulkinder der Kitas "Pusteblume" und "Ohrespatzen" versuchen in einem Projekttag zu begreifen, was die deutsche Teilung bedeutete. Und Daniela Posern lernt das Ehepaar Müller kennen, die ihre "Platte" lieben, obwohl sie den Begriff mehr als leid sind.

Gerade zum Schluss war die DDR eine verkramte Wohnküche, die warm war, aber wo man keine Luft kriegte.

Dorthee Müller

Geschichtsträchtige Magistrale

Die "Straße der Deutschen Einheit" in Plauen ist eine vierspurige Durchgangsstraße, auf den ersten Blick ein wenig geschichtsträchtiger Ort – im Vergleich zur Stadt Plauen, die im Wendeherbst 1989 eine gewichtige Rolle gespielt hat.

Goldschmiedemeister Steffen Kollwitz und Hobbyfilmer Detlev Braun haben da ihre ganz eigenen Geschichten. So wie Lehrer Ralf Fischer, der zur Baumpflanzaktion noch eine ganz besondere Überraschung mitbringt.

Flucht aus der DDR in die "Straße der Deutschen Einheit"

"Westbesuch" – in einer Straße, die etwas ganz Besonderes ist. Nicht von der Architektur, nicht von der Lage. Die "Straße der Deutschen Einheit" in Rotenburg heißt schon immer so. Seit sie 1960 geplant wurde. Gemeinsam mit der Chefin des Stadtarchivs gehen wir der Sache auf den Grund und gelangen zu einer erstaunlichen Erkenntnis.

Doch nicht nur die Geschichte der Straße, auch deren Bewohner sind etwas Besonderes. Daniela Posern erfährt die Geschichte von Kerstin und Jörg Taubner, die kurz vor der Wende aus Zwickau nach Rotenburg geflohen sind, genau hier ihr erstes Zuhause im Westen fanden und noch immer dort leben.

"Gekommen, um zu bleiben"

Ein großer Supermarkt am Anfang, eine Sackgasse am Ende – die "Straße der Deutschen Einheit" in Bad Blankenburg hat in der Stadt nicht den besten Ruf. Die meisten, die hier leben, können das nicht verstehen.

Frau Bock liebt ihre kleine Zweizimmerwohnung mit dem herrlichen Blick auf die Burg Greifenstein. Und der Kinderladen an der Ecke zieht sogar Kunden aus dem Umland an. Während für die Chefin des kleinen Second-Hand-Ladens die DDR-Zeit ganz weit weg ist, erinnert sich der ehemalige Chef der Kaufhalle an die Zeiten der sozialistischen Konsum-Kultur und den großartigen Zusammenhalt seiner Mitarbeiter, als wäre es gestern gewesen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 28. September 2020 | 16:00 Uhr

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