K-Frage in der Union Laschet und Söder halten sich beide als Kanzlerkandidat geeignet

Noch ist bei der Union die K-Frage nicht entschieden. Doch am Sonntag erklärte CSU-Chef Markus Söder erstmals offiziell, dass er für die Kandidatur bereit stünde – unter gewissen Voraussetzungen. Am Montag wollen die Parteipräsidien von CDU und CSU getrennt zur K-Frage beraten.

Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, kommt neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, zu einer Pressekonferenz bei der Klausurtagung des Geschäftsführenden Vorstands der Unionsfraktion im Bundestag. In der Sitzung soll es unter anderem um den Kanzlerkandidaten der Union für die Bundestagswahl 2021 gehen.
CDU-Chef Laschet (links) neben CSU-Chef Söder beim Treffen am Sonntag Bildrechte: dpa

CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder haben sich beide zu einer Kanzlerkandidatur für die Union bereit erklärt. Das wurde auf der Klausurtagung der CDU/CSU-Fraktionsspitzen am Sonntag bekannt.

Söder will Unterstützung der CDU

Söder erklärte damit erstmals offiziell, er stünde bereit, wenn ihn die CDU unterstütze. Gebe es die Unterstützung nicht, bliebe "ohne Groll eine gute Zusammenarbeit". CDU-Chef Laschet sagte, er und Söder hätten sich gegenseitig attestiert, "dass wir es beide könnten". Es gebe damit zwei potenzielle Kandidaten der Union. Die Parteipräsidien von CDU und CSU kommen am Montag zu getrennten Beratungen zusammen, in denen es vor allem um die offene Kanzlerkandidatur der Union gehen dürfte.

Laschet verspricht erneut schnelle Entscheidung

Laschet erklärte, die K-Frage solle so schnell wie möglich beantwortet werden. CSU-Chef Söder sprach im ZDF davon, er halte es sogar für möglich, dass es noch diese Woche zu einer Entscheidung kommt. Kurz zuvor hatte er die Erwartung auf eine schnelle Einigung zunächst gedämpft. Es gebe derzeit Diskussionen in den zuständigen Gremien. Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur müsse der Bevölkerung "und vor allen Dingen auch den eigenen Mitgliedern" vermittelbar sein, sagte Söder.

Sächsische CDU-Abgeordnete machen Druck

Zuletzt hatten sich mehrere sächsische CDU-Abgeordnete für Söder ausgesprochen, darunter auch der CDU-Abgeordnete und Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz. Dem "Spiegel" sagte Wanderwitz vor Tagen, die hohen Zustimmungswerte des bayerischen Ministerpräsidenten seien für die gesamte Union gut.

SPD und FDP sprechen von Führungsvakuum

Andere Töne kamen dagegen von SPD und FDP am Sonntag. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte dem Portal "t-online", das gemeinsame Regieren mit der Union sei "durch das Führungsvakuum nicht leichter geworden". FDP-Vize Wolfgang Kubicki machte Bundeskanzlerin Angela Merkel mitverantwortlich für die Situation der Union. "Die Union ist aktuell in keinem guten Zustand", sagte Kubicki der Düsseldorfer "Rheinischen Post" .

In Umfragen liegt Söder vor Laschet

In Meinungsumfragen liegt die Union deutlich vor den anderen Parteien, hatte aber in den vergangenen Wochen auch wegen der Maskenaffäre an Zustimmung verloren. Eigentlich hat Armin Laschet als Chef der größeren der beiden Unionsparteien das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur, doch in Umfragen liegt er hinter Söder. Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend von Anfang April waren unter den Unions-Anhängern 54 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Söder ein guter Kanzlerkandidat wäre, bei Laschet waren 19 Prozent dieser Meinung.

Quellen: MDR AKTUELL, dpa, AFP, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 11. April 2021 | 15:30 Uhr

54 Kommentare

knarf2 vor 4 Wochen

Nun ist es soweit,beide Parteien suchen den geeigneten Nachfolger für Frau Merkel.Egal wer das Rennen macht,um die großen Fußstapfen auszufüllen muß derjenige sich mächtig ins Zeug legen.Schließlich hat die Kanzlerin eine hohe Wertschätzung international!Da können ihre Kritiker noch so maulen und es leugnen!

Saxe vor 4 Wochen

Beides nicht meine Wahl,weder Partei, noch die Kandidaten, aber wenn die CDU/CSU weiter "mitmischen" will, muss sie Söder wählen. Alles andere käme einer Selbstdemontage gleich.

Saxe vor 4 Wochen

Und Sie meinen ernsthaft, bei einer anderen Partei wäre das anders?
Naja, wenn man schon den Staat für Schichtarbeit und Kinderlosigkeit verantwortlich macht. Hätten Sie Kinder gewollt, hätten Sie welche bekommen. Das Leben ist kein Ponyhof und wird es auch nie werden.
Träumen Sie weiter.

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