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Niedersachsens CDU-Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen in Wilhelmshaven Bildrechte: dpa

WilhelmshavenBaubeginn für erstes schwimmendes Flüssiggas-Terminal

von MDR AKTUELL

Stand: 05. Mai 2022, 21:21 Uhr

Deutschland will unabhängig von russischem Gas werden, deshalb sollen möglichst schnell Terminals für Flüssigkas in Betrieb gehen. In Wilhelmshaven haben nun die Arbeiten für das erste schwimmende LNG-Terminal begonnen, das noch dieses Jahr starten soll. Die Deutsche Umwelthilfe übt derweil weiter Kritk an dem Vorhaben.

In der niedersächsischen Stadt Wilhelmshaven haben die Arbeiten für das erste schwimmende Flüssiggas-Terminal in Deutschland begonnen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zeigte sich vor Ort optimistisch, das Terminal schnell in Betrieb zu nehmen. "Wir haben eine gute Chance, das zu schaffen, was eigentlich in Deutschland unmöglich ist: Innerhalb von etwa zehn Monaten ein LNG-Terminal zu errichten, und es anzuschließen an die deutsche Gasversorgung", sagte der Grünen-Politiker, der den so genannten Rammschlag von Bord eines Schiffes aus verfolgte.

Für den rund 370 Meter langen Anleger müssen 150 Stahlpfähle mit einer Länge von 50 Metern in den Meeresboden gerammt werden. An dem neuen Anleger sollen möglichst noch Ende dieses Jahres erste Tanker mit tiefgekühltem Flüssiggas anlegen, das dann erwärmt und ins Gasnetz eingespeist werden soll.

Bund und Land Niedersachsen unterzeichnen Erklärung für LNG-Ausbau

Deutschland verfügt bislang noch nicht über ein eigenes LNG-Importterminal. Mit dem Flüssigerdgas soll die Abhängigkeit von russischem Erdgas verringert werden. Bei dem Besuch der geplanten Anlegestelle für das schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven haben der Bund und das Land Niedersachsen eine Absichtserklärung zum Ausbau der LNG-Infrastruktur unterzeichnet.

Neben Habeck waren in Wilhelmshaven auch Niedersachsens SPD-Umweltminister Olaf Lies und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann von der CDU vor Ort. Lies erklärte: "Auf dem Weg raus aus dem Klammergriff russischer Gaslieferungen sind wir in Niedersachsen bereit, Verantwortung zu übernehmen."

In Deutschland sind indes weitere Terminals zum Import von LNG geplant, unter anderem im niedersächsischen Stade und in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Laut Habeck sollen bis zum Jahreswechsel zwei dieser sogenannten "Floating Storage and Regasification Units" Flüssiggaslieferungen annehmen und ins Netz einspeisen können. Zwei weitere sollen im Mai kommenden Jahres ans Netz gehen.

Deutsche Umwelthilfe übt Kritik an Terminal und pocht auf Klimaschutz

Unterdessen hat die Deutsche Umwelthilfe ihre Kritik am Bau des Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven bekräftigt. Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner sagte MDR AKTUELL, die Bauarbeiten seien begonnen worden, ohne dass es eine formelle Genehmigung gegeben habe. Ein Verfahren hinter verschlossenen Türen gehe in einem Rechtsstaat nicht. Man habe noch nicht geklagt, sondern zunächst Akteneinsicht beantragt.

Müller-Kraenner betonte, die Bundesregierung müsse offenlegen, was genau geplant sei, warum es nötig sei und welche Ausgleichsmaßnahmen für die Natur vorgesehen seien. Der Geschäftsführer erklärte, es sei wichtig, sich von russischem Gas unabhängig zu machen. Aber genauso wichtig sei der Klimaschutz. Studien besagten, dass man es auch mit erneuerbaren Energien schaffen könne.

dpa, AFP, MDR (fef)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 05. Mai 2022 | 13:00 Uhr

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