Tarifeinigung Beschäftigte im Einzelhandel erhalten 4,7 Prozent mehr Geld

Nach wochenlangen Tarifstreitigkeiten und teils massiven Streiks in der Einzelhandelsbranche in Mitteldeutschland haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen Tarifabschluss geeinigt. Danach bekommen die Beschäftigten stufenweise Lohnerhöhungen. Auf Westniveau steigen die Löhne und Gehälter allerdings weiterhin nicht.

Warnstreik Einzelhandel Kaufland Löbau
Nach Ansicht von Verdi erfolgreich: Streiks im Einzelhandel. Bildrechte: Danilo Dittrich

Die 280.000 Beschäftigten im mitteldeutschen Einzelhandel bekommen mehr Geld. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, haben sich Arbeitnehmervertreter und der Einzelhandelsverband auf einen Tarifabschluss geeinigt.

Gehaltserhöhung in zwei Stufen

Er sieht vor, dass zum 1. Oktober Löhne und Gehälter in den unteren Verdienststufen bis zum Verkäuferinnengehalt um 3,0 Prozent steigen. In höheren Gehaltsgruppen werde ein fester Zuschlag von 79,98 Euro gezahlt. Zum 1. Juni 2022 gibt es für alle eine weitere Erhöhung von 1,7 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden jeweils zum 1. September um 30 Euro erhöht.

Lohnerhöhung in allen Betrieben gleichzeitig

Jörg Lauenroth-Mago
Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago Bildrechte: dpa

Verdi wies zudem darauf hin, dass die Arbeitgeberseite geplante Extra-Regelungen für corona-geschädigte Unternehmen nicht durchsetzen konnte. Nach dem Willen der Arbeitgeber sollten Betriebe, die schlecht durch die Krise gekommen waren, die Lohnerhöhungen um bis zu zehn Monate verschieben können. Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago sagte: "Ohne die massiven Streiks hätten wir dieses Ergebnis nicht erreicht."

Zugleich räumte Laurenroth-Mago ein, dass die Arbeitgeberseite auch kleinste Angleichungsschritte an das Westniveau abgelehnt habe: "Da werden wir dranbleiben."

Quellen: DPA, Verdi

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 04. Oktober 2021 | 19:30 Uhr

5 Kommentare

Matthi vor 7 Wochen

Erstmal ein guter Abschluss, leider wird es vielen Verkäufer/in im Osten nichts nutzten auch wenn sie bei Westdeutschen Handelsketten wie meine Frau angestellt sind die aktuell noch Kurzarbeit hat.

part vor 8 Wochen

Nun jene Beschäftigten, die nach einem Tarifvertrag angestellt sind bekommen mehr Geld, wie viele keine Lohnerhöhung bekommen, lässt dieser Artikel leider weiter offen. Jedoch dürften diese 4,7 % nicht mal die reale Inflationsrate ausgleichen?

Thomas 1967 vor 8 Wochen

Westniveau. Welches? Das von München, Stuttgart, Frankfurt oder das von Grossenkneten, Buxtehude , Cloppenburg ? Da gibts auch innerhalb der Altländer heftige Unterschiede.

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