Bundespräsident Auch Union für Wiederwahl Steinmeiers

Eine zweite Amtszeit für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier scheint sicher: Nach dem Bekenntnis der Ampel-Parteien kann Steinmeier nun auch auf die Stimmen aus der Union zählen. Darauf einigten sich die Spitzen von CDU und CSU. Die AfD will erneut einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Amt des Staatsoberhaupts schicken.

Die Unionsparteien CDU und CSU unterstützen eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das teilte CDU-Chef Armin Laschet mit. Gerade die Debatte um die Corona-Maßnahmen zeige, dass es eine glaubwürdige Stimme an der Spitze des Staates brauche, die unterschiedliche Sichtweisen zusammenbringe. Steinmeier habe eine "hohe innenpolitische Wertschätzung und eine besondere außenpolitische Kompetenz". Er habe das Amt bisher gut ausgefüllt. CSU-Chef Markus Söder erklärte, Steinmeier finde in schweren Zeiten die richtigen Worte. Er habe den Kompass und das Verständnis für die Menschen, aber auch klare Haltungen.

Große Mehrheit für Wiederwahl Steinmeiers

Einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten will die Union demnach nicht aufstellen. Damit kann der frühere SPD-Politiker Steinmeier mit einer großen parteiübergreifenden Mehrheit für seine Wiederwahl rechnen. Zuvor hatten bereits die Parteien der Ampel-Koalition – SPD, Grüne und FDP – ihre Unterstützung für den Amtsinhaber erklärt.

Schon bei der ersten Wahl vor fünf Jahren hatten CDU und CSU den Sozialdemokraten unterstützt; Steinmeier war damals als gemeinsamer Kandidat der großen Koalition aus Union und SPD ins Rennen gegangen.

AfD will erneut Kandidaten aufstellen

Unterdessen kündigte die AfD an, erneut einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufzustellen. Wie ein Parteisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte, gibt es entsprechende Überlegungen. Eine Entscheidung darüber, wer für die AfD kandidiert, solle am Montag auf einer Telefonkonferenz des Bundesvorstands beschlossen werden.

Bei der Wahl 2017 hatte die AfD den Bundestagsabgeordneten Albrecht Glaser gegen Steinmeier ins Rennen geschickt. Er bekam 42 Stimmen aus der Bundesversammlung. Der Bundespräsident wird am 13. Februar 2022 von der Bundesversammlung gewählt. Diese setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und ebenso vielen Wahlleuten zusammen, die von den Bundesländern nach Berlin geschickt werden.

dpa/AFP (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Januar 2022 | 11:00 Uhr

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