Bundesarbeitsgericht Gleiche Bezahlung: Urteil stärkt Recht von Frauen

Die höchsten deutschen Arbeitsrichter stärken Frauen bei ihrem Recht auf gleiche Entlohnung wie männliche Kollegen bei vergleichbarer Tätigkeit. Bei einem Verdacht muss der Arbeitgeber die ungleiche Bezahlung begründen.

Das Gebäude des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt
Gebäude des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt Bildrechte: imago/DATA73

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat mit einer Entscheidung die Rechte von Frauen gestärkt, die auf gleiche Bezahlung wie männliche Kollegen pochen. Demnach reicht bei einer Differenz zum Vergleichsentgelt von Männern mit vergleichbarer Arbeit die Vermutung, dass die finanzielle Benachteiligung wegen des Geschlechts erfolgte. (8 AZR 488/19)

Beweislast liegt beim Arbeitgeber

Dem Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bernhard Franke, zufolge erleichtert das Urteil juristische Verfahren bei Entgeltdiskriminierung. Jetzt kehre sich die Beweislast um. Arbeitgeber müssten nachweisen, nicht zu diskriminieren. Betroffene hätten es in der Vergangenheit schwer gehabt, gegen eine schlechtere Bezahlung wegen ihres Geschlechts vorzugehen.

Geklagt hatte eine Abteilungsleiterin aus Niedersachsen. In ihrem Fall lag das Vergleichsentgelt ihrer männlichen Kollegen sowohl beim Grundentgelt als auch bei der Zulage höher als ihr Entgelt. Die Vorinstanzen hatten unterschiedlich zu ihrer Klage entschieden.

Das Vergleichsentgelt (Median-Entgelt) muss nach den Regeln des sogenannten Entgelttransparenzgesetzes ermittelt werden. Es räumt Arbeitnehmern einen Auskunftsanspruch ein.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Januar 2021 | 17:00 Uhr

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