Verschiedene Warn-Apps, darunter die Notfall-Informations- und Nachrichten-App "Nina" des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sind auf auf einem Smartphone zu sehen.
Bislang wird die Nina-Warn-App für Gefahren-Meldungen wie Hochwasser, Gewitter oder Kampfmittel-Fund genutzt. Künftig soll die App auch bei der Suche von Vermissten helfen. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Polizei-Fahndung Vermisste Kinder: Nina-Warn-App soll Hilfe aus der Bevölkerung bringen

21. Juni 2024, 12:38 Uhr

Bei der Fahndung nach vermissten Kindern werden schon heute viele polizeiliche Mittel eingesetzt und auch die Medien einbezogen. Doch könnte noch mehr getan werden? Nach dem Tod der vermissten Valeriia aus Döbeln hat die "Initiative vermisste Kinder" erneut den Einsatz von einer Technik verlangt, die eigentlich nur für Warnmeldungen vorgesehen ist. Das Bundesinnenministerium bereitet nun den Einsatz der Warn-App Nina vor.

Die Nina-Warn-App soll künftig auch bei der Suche von Vermissten eingesetzt werden. "Um insbesondere die Nutzer mobiler Geräte für Fahndungsaufrufe noch besser zu erreichen, wird aktuell die polizeiliche Nutzung der Warn-App Nina als Multiplikator von polizeilichen Warnmeldungen vorbereitet," teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Die Nina-Warn-App leitet bislang Katastrophenwarnungen von nationaler Bedeutung unmittelbar auf das Smartphone oder Tablet im betroffenen Gebiet weiter. Entwickelt wurde sie vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

BBK: Warn- und Polizeimeldungen nicht verwechseln

Der eigentliche Zweck der Warn-App Nina sei die Warnung vor akuten Gefahrenlagen, sagte eine BBK-Sprecherin auf Anfrage. "Derzeit wird bereits geprüft, inwiefern polizeiliche Mitteilungen über Nina abgebildet werden können, damit es bei den Nutzenden nicht zu Verwirrung in der Darstellung und Herausgeberschaft kommt." Dazu sei die Anpassung des Bundeswarnsystems erforderlich. Ausgelöst wird die Meldung über Cell Broadcast. Das System, das im Februar 2023 eingeführt wurde, schickt im Notfall Nachrichten an alle kompatiblen Geräte, die in einer Funkzelle eingebucht sind - über Warnapps wie Nina, aber auch ohne dass eine App auf dem Gerät installiert ist.

Längere Suchmeldungen über Cell Broadcast nicht möglich

Auch die Nutzung von Warnsystemen wie Cell Broadcast hält das Bundesinnenministerium für polizeiliche Zwecke grundsätzlich für vorstellbar. "Jedoch ist das Textfeld einer Cell-Broadcast-Nachricht bezüglich der möglichen Zeichenzahl extrem reduziert und verhindert derzeit die Publizierung relevanter, detaillierter Informationen," so das Ministerium. Ein weiteres Problem sieht das Ministerium in der Vielzahl von Warn- und Fahndungsmeldungen. "Allein im Jahr 2023 wurden 16.471 Kinder als vermisst gemeldet, wovon der größte Teil glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder aufgefunden wurde."

Sachsen will Thema auf Bund-Länder-Sitzung thematisieren

Das sächsische Innenministerium verweist darauf, dass eine Nutzung von Cell Broadcast bei der Suche von vermissten Kindern mit dem Bund und den Ländern abgestimmt werden müsse. "Das Sächsische Staatsministerium des Innern wird dies in der nächsten Sitzung als Thema vorschlagen," sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Nach dem Tod der vermissten 9-jährigen Valeriia aus Döbeln hatte die "Initiative vermisste Kinder" erneut mehr technische Unterstützung zur Suche vermisster Kinder angemahnt. Die Nina-Warn-App könne enorme Vorteile bei akuten Vermisstenfällen bieten, heißt es auf ihrer Webseite. "In vielen Ländern wird diese Methode bereits erfolgreich eingesetzt, um die Bevölkerung schnell und effizient zu informieren und somit die Chancen auf eine rasche Auffindung der vermissten Person zu erhöhen." 

 

MDR (kbe)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 21. Juni 2024 | 08:00 Uhr

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