NSU-Prozess in München Verteidiger: Zschäpe keine Mittäterin

Fast fünf Jahre nach Beginn des NSU-Prozesses haben die Plädoyers der Verteidigung begonnen. Die Anwälte der Hauptangeklagten Zschäpe erklärten dabei, ihre Mandantin sei bei den NSU-Morden keine Mittäterin gewesen.

Im NSU-Prozess in München haben die Plädoyers der Verteidigung begonnen. Den Auftakt machte der Vertrauensanwalt der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Hermann Borchert. Aus seiner Sicht war Zschäpe bei den Morden und Anschlägen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) keine Mittäterin. Borchert sagte vor dem Oberlandesgericht München, was die Bundesanwaltschaft in ihren Plädoyers aufgezählt habe, reiche weder im Einzelnen noch in der Gesamtschau aus, um eine Mittäterschaft seine Mandantin zu begründen.

Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Ankläger fordern für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige war nach Überzeugung der Anklagebehörde eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des NSU. Sie solle deshalb als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge.

Eigenes Verfahren für André E. gefordert

Der NSU-Prozess hat vor bald fünf Jahren begonnen. Die Verhandlung wird immer wieder durch neue Anträge der Verteidigung verzögert. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft beantragt, das Verfahren gegen den Mitangeklagten André E. abzutrennen. Der neue Anwalt von André E. versuche, das Verfahren bis zum Sankt-Nimmerleinstag zu verzögern. Auch die Anwälte des ebenfalls angeklagten mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben forderten am Dienstag ein eigenes Verfahren für E. Dessen Anwalt hatte zuletzt mehrere neue Beweisanträge gestellt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. April 2018 | 14:00 Uhr

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