Wahltag Wahlchaos in Berlin

Der Super-Wahltag in Berlin ist von technischen und organisatorischen Problemen überschattet worden: Türen zu Wahllokalen waren verschlossen, Wahlhelfer nicht erschienen, Wahlzettel vertauscht. Vor einigen Wahllokalen standen Menschen stundenlang an, um wählen zu können.

Wähler stehen in einer Schlange vor dem Wahllokal für die Bundestagswahl und die Wahl des Abgeordnetenhauses.
Auch nach 18 Uhr warteten viele Menschen darauf, ihre Stimmen für die Bundestagswahl und die Wahl zum Abgeordnetenhaus abgeben zu können. Bildrechte: dpa

Bei den Wahlen in Berlin hat es teils umfangreiche technische und organisatorische Probleme gegeben. So schrieben Bürgerinnen und Bürger auf Twitter, dass sie teilweise noch Stunden nach Ablauf der Wahlzeit vor Wahllokalen in der Schlange warteten, um ihre Stimme abzugeben. Der rbb berichtet, dass unter anderem in den Bezirken Weißensee und Prenzlauer Berg noch Menschen in Warteschlangen gestanden hätten.

In einem Wahllokal in Wilmersdorf waren demnach Wahlzettel ausgegangen. Hier war die Polizei gerufen worden, um sie nachzuliefern. Diese hatte aber wegen des Berlin-Marathons Schwierigkeiten, durchzukommen.

Wegen der Probleme hatte Bundeswahlleiter Georg Thiel entschieden, die Wahllokale in der Hauptstadt länger geöffnet zu lassen. Auf Twitter schrieb er, wer sich vor 18 Uhr im Wahlraum und aus Platzgründen davor befände, sei zur Stimmabgabe zugelassen. Der Wahlvorstand müsse nach 18 Uhr zum Beispiel mit Absperrband den Zutritt zur Stimmabgabe sperren.

Schwieriger Start am Wahlsonntag

Die Wahlen in Berlin waren bereits mit einigen Hindernissen gestartet. So hatten viele Wahlhelfer kurzfristig abgesagt. Nach Informationen des rbb hatten sich allein am Freitag und Samstag etwa 270 Wahlhelfer krank gemeldet. Sie seien über Nachrückerlisten besetzt worden.

Probleme gab es auch in einem Wahllokal in Spandau, wo ein Wahlleiter am Morgen nicht erschienen war. Das Wählerverzeichnis habe von der Polizei abgeholt werden müssen. In zwei Wahllokalen in Mitte musste die Feuerwehr am Morgen anrücken, weil sich wegen technischer Probleme die Türen zu den Wahllokalen nicht öffnen ließen.

Weiterhin waren in drei Wahllokalen in Friedrichshain nur Stimmzettel für Charlottenburg/Wilmersdorf geliefert worden – betroffen war die Wahl zum Abgeordnetenhaus, nicht die Bundestagswahl. Bis die richtigen Stimmzettel nachgeliefert wurden, mussten die Wahllokale zeitweise geschlossen werden. Auch kam es zu Verzögerungen. Zudem mussten einige Stimmabgaben auf falschen Stimmzetteln für ungültig erklärt werden.

Quelle: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. September 2021 | 18:30 Uhr

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