MDR-Umfrage in Mitteldeutschland Jeder Zweite denkt, dass künftig mehr Menschen aufs Land ziehen werden

Bezahlbarer Wohnraum, dazu seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Homeoffice-Möglichkeiten – nur zwei von vielen Gründen, die für einen Wegzug aus der (Groß-)Stadt sprechen können. Laut einer MDR-Umfrage geht jeder Zweite auch deshalb davon aus, dass künftig mehr Menschen aufs Land ziehen.

Niedrige Zinsen und Eigenkapital bilden für immer mehr Menschen die Grundlage, sich den Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung zu erfüllen. Zusätzlich hat die Corona-Pandemie gezeigt, dass zumindest die Büro-Arbeit auch teilweise oder ganz vom Homeoffice aus möglich ist.

Angesichts dieser zunehmenden Unabhängigkeit vom Arbeitsort und der Tatsache, dass Immobilien abseits der Städte und Großstädte deutlich erschwinglicher sind als in Ballungszentren, wird das Leben außerhalb der Städte immer attraktiver. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des MDR unter Internetnutzerinnen und -nutzern in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen:

Rund 50 Prozent der Befragten denken, dass aufgrund niedrigerer Wohnkosten und neuen Homeoffice-Möglichkeiten auf alle Fälle oder zumindest wahrscheinlich in Zukunft mehr Menschen aufs Land ziehen werden. Rund 20 Prozent sind sich in dieser Frage uneins, etwa 30 Prozent sieht diese Entwicklung künftig hingegen nicht. Die Unterschiede zwischen den Befragten der drei Bundesländer sind dabei nur marginal.

#MDRklärt So stark variieren die Kosten für Miete

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Land vor allem für Familien attraktiv

Hinsichtlich des Alters oder des Geschlechts der befragten Personen gab es in den aktuellen Umfrageergebnissen nahezu keine Unterschiede. Allerdings zeigten sich diese je nachdem, ob im Haushalt der Befragten Kinder leben oder nicht. War dies der Fall, führte das vermehrt zu der Annahme, dass künftig mehr Menschen von der Stadt aufs Land ziehen werden:

Ein ganz reales Beispiel dafür sind Caro Bruns und Daniel Lindner. Eigentlich sind sie gerade ganz glücklich mit ihrer zweieinhalb Zimmer-Wohnung in Stadtfeld, einem zentral gelegenen Stadtteil von Magdeburg. Liebevoll eingerichtet, sie fühlen sich dort heimisch.

Doch weil sich zu den zwei Katzen, zwei Hasen und der Schildkröte des Paares bald noch menschlicher Nachwuchs gesellen soll, wollen sie sich vergrößern. Und: "Wir kämpfen gerade dafür", sagt Bruns, "dass das auch wirklich klappt." Vor welchen Herausforderungen sie stehen und was die Immobilienpreise in der Stadt und auf dem Land zu tun haben, können Sie hier nachlesen:

Preise steigen auch weit abseits der Städte

Viele Jahre lang kletterten die Wohnungspreise vor allem in den Zentren der Metropolen. Doch inzwischen ziehen sie im Umland stärker an als in den Großstädten selbst, wie aus dem Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft hervorgeht, über das der "Spiegel" am vergangenen Freitag vorab berichtete. "Dies ist ein echter Trendbruch", schreiben demnach die Autoren der Studie, die der Branchenverband Zentraler Immobilien Ausschüsse (ZIA) in Auftrag gegeben hat und die am kommenden Dienstag veröffentlicht werden soll.

Auffällig sei, dass die Hauspreise praktisch unabhängig von der Entfernung zur nächsten Metropole steigen. Auch in Landkreisen mit bis zu eineinhalb Stunden Fahrtzeit in die Stadt legten sie demnach zu. "Es ist überraschend, dass nicht nur Umlandkreise profitieren, sondern auch wirklich ländliche Regionen", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner dem "Spiegel". Grund für die Preisanstiege sei, dass der ländliche Raum zuletzt wieder mehr Einwohner hinzugewann.

Werden die Immobilien ihren Wert behalten – oder droht eine Blase, die jederzeit platzen kann? Was müssen Kauf- und Bauwillige beachten? Und kann und muss Politik die Entwicklung steuern? Über diese und andere Fragen diskutieren Stefan Bernschein und Isabell Hartung gemeinsam mit mehreren Gästen bei "Fakt ist!" aus Magdeburg. Ab 20.30 Uhr im Livestream auf mdr.de/tv sowie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek.

Quelle: MDR/dpa/Manuel Mohr

Dieses Thema im Programm: "FAKT IST!" | 03. Mai 2021 | 22:10 Uhr

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