Stimmabgabe Nichtwählen oder ungültiger Stimmzettel - macht das einen Unterschied?

Was tun, wenn einem keine der Parteien zusagt, die zur Bundestagswahl antreten? Die meisten Wähler werden sich am Ende doch für eine Partei entscheiden. Viele gehen aber gar nicht erst zur Wahl und manche gehen ins Wahllokal und machen ihren Stimmzettel ungültig.

Nicht hingehen oder Stimmzettel ungültig machen - für die Sitzverteilung im Bundestag ist das egal. Auch bei der Frage, ob eine Partei über die Fünf-Prozent-Hürde kommt, zählen ungültige Stimmen nicht. Sie erhöhen die Wahlbeteiligung, aber das ist es auch schon.

Auch finanziell schaden ungültige Stimmen dem Parteiensystem nicht. Zwar bekommen die Parteien für jede Stimme Geld, maximal einen Euro. Allerdings übersteigen die Ansprüche aus Bundestags-, Landtags- und Europawahl zusammen deutlich die 160 Millionen Euro, die pro Jahr maximal ausgeschüttet werden. Daran ändern bisher weder die Ungültigwähler noch die Nichtwähler etwas.

Ob ein ungültiger Stimmzettel wirklich als Protest wahrgenommen wird, ist fraglich. Denn er gibt nicht zu erkennen, war jemand einfach nicht in der Lage, den Stimmzettel korrekt auszufüllen, oder wollte er nicht? Das ist wie bei den Nichtwählern. Auch bei denen bleibt offen, warum sie ihr Kreuz nicht machen: Aus Protest oder Desinteresse oder weil ihnen letzten Moment doch etwas dazwischen kam?

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