Wahlergebnis Was sind Überhangmandate?

Stimmzettel
Überhangmandate entstehen, wenn Wähler ihre beiden Stimmen auf verschiedene Parteien verteilen. Bildrechte: IMAGO

Links auf dem Wahlzettel stehen die Direktkandidaten des jeweiligen Wahlkreises. Rechts die Landeslisten der Parteien. Jeder Wähler hat also zwei Stimmen - und kann diese sogar an verschiedene Parteien verteilen: Direktkandidat von Partei A, Landesliste von Partei B. Ein solches Stimmensplitting hat Folgen, es entstehen Überhangmandate.

Überhangmandat, das klingt nach einem Extra-Platz im Bundestag. So ähnlich ist das auch: Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei über die Erststimme mehr Direktkandidaten durchbekommt, als ihr nach der Zweistimme - also nach Sitzen - überhaupt zusteht. Solche zusätzlichen Mandate hat es immer gegeben. Die Zahl ist aber seit der Wiedervereinigung stark gestiegen. Den Rekord hält die Union: 2009 ohnehin stärkste Kraft, bekam sie 24 Direktmandate obendrauf.

Verfassungsgericht verlangt bereits 2012 Reform

Zum Problem werden Überhangmandate, wenn es knapp wird mit den Mehrheiten. Bei der Wahl Zweiter, aber im Parlament dann doch stärkste Kraft? Das würde den Wählerwillen in sein Gegenteil verkehren, urteilte 2012 das Bundesverfassungsgericht und verlangte eine Reform.

Seit der Bundestagswahl 2013 werden die Überhangmandate deshalb ausgeglichen. Das heißt, die Gesamtzahl der Abgeordneten wird so lange aufgestockt, bis das Kräfteverhältnis wieder dem Wahlergebnis entspricht. Der Nachteil ist, das Parlament wird dadurch größer. Vorgesehen sind mindestens 598 Abgeordnete. Nach dieser Wahl könnten es bis zu 700 Abgeordnete sein.

Stimmzettel 1 min
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Wie war das nochmal mit der Erst- und der Zweitstimme? Und was hat es mit den Überhangmandaten auf sich? Das Deutsche Wahlsystem erklärt in einer Minute.

Mo 18.09.2017 14:16Uhr 01:00 min

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