Ostdeutschland AfD in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft

In Sachsen und Thüringen wird die AfD stärkste Kraft, in Sachsen-Anhalt landet sie auf Platz drei. In ganz Ostdeutschland ist die Partei, die in einigen Bundesländern von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet wird, auf Platz zwei gelandet.

  • Die AfD ist in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft geworden.
  • In Sachsen-Anhalt landete die Partei auf Platz drei.
  • Der Osten hat den Hochrechnungen anders gewählt als der Westen.

Die AfD ist in Sachsen und Thüringen bei der Bundestagswahl stärkste Kraft geworden, in Sachsen-Anhalt landet sie auf Platz drei. Der Verfassungsschutz beobachtet die Partei in einigen Bundesländern als Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextremistisch.

Wieder auf Platz eins in Sachsen

Das beste Ergebnis holte die Partei in Sachsen – laut dem Landeswahlleiter nach Auszählung aller Stimmen mit 24,6 Prozent, vor der SPD mit 19,3 Prozent und der CDU mit 17,2 Prozent. Bereits bei der Wahl 2017 war die AfD in Sachsen stärkste Kraft geworden (27 Prozent), vor der CDU (26,9 Prozent) und den Linken (16,1 Prozent). Bei den Direktmandaten konnte die AfD beispielsweise im Wahlkreis Chemnitzer-Umland-Erzgebirgskreis punkten: Hier unterlag der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz (23,7 Prozent) als sächsischer Spitzenkandidat der Union dem AfD-Kandidaten Mike Moncsek (28,9 Prozent). Im Wahlkreis Görlitz konnte der AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla sein Direktmandat mit 35,8 Prozent wiedergewinnen.

Erstmals auch in Thüringen stärkste Kraft

Auch in Thüringen wurde die AfD nach Auszählungen aller Stimmen erstmals stärkste Kraft: Sie kam auf 24 Prozent der Stimmen, vor der SPD mit 23,4 Prozent und der CDU mit 16,9 Prozent. Bei der Wahl 2017 war die CDU noch stärkste Kraft im Freistaat gewesen, die AfD kam damals auf Platz zwei.

In der Hälfte aller acht Wahlkreise in Thüringen konnte die AfD bei den Zweitstimmen einen Wahlsieg einfahren, ebenso wie bei den Erststimmen. Im Eisenacher Wahlkreis unterlag der frühere Ostbeauftragte und Thüringer CDU-Chef Christian Hirte bei den Direktmandaten mit 23,0 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Kandidaten Klaus Stöber (24,8 Prozent) und SPD-Kandidatin Tina Rudolph (23,9 Prozent). Hirte wird nun über die Landesliste der Partei in den Bundestag einziehen. Im Wahlkreis Gotha-Ilmkreis unterlag der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski mit 15,5 Prozent der Stimmen beim Direktmandat gegen den AfD-Kandidaten Marcus Bühl (26,5 Prozent) und SPD-Kandidaten Michael Müller (23,5 Prozent).

In Thüringen stufte der Landesverfassungsschutz im Mai die AfD
als "erwiesen extremistisch" ein. In Sachsen-Anhalt und Sachsen gilt sie den dortigen Landesämtern für Verfassungsschutz als ein Verdachtsfall für solche Bestrebungen.

Sachsen-Anhalt: AfD drittstärkste Kraft

In Sachsen-Anhalt ist die AfD dem vorläufigem Ergebnis zufolge mit 19,0 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft geworden. Bei der vorigen Wahl 2017 hatte die CDU im Bundesland die Bundestagswahl klar für sich entscheiden können, nämlich mit 30,3 Prozent der Stimmen. Diesmal aber konnte die Partei von Regierungschef Reiner Haseloff mit 23,5 Prozent der Stimmen nur zweitstärkste Kraft werden, nach der SPD mit 26,2 Prozent, die deutlich zulegen konnte im Vergleich zu 2017 (15,2 Prozent). Erstmals konnte die AfD in Sachsen-Anhalt auch Direktmandate bei der Bundestagswahl holen, in Anhalt und Mansfeld.

Wie der Osten gewählt hat

Insgesamt hat Ostdeutschland anders gewählt als der Westen des Landes. Einer Hochrechnung von Infratest dimap von Montagabend zufolge lag die SPD im Osten mit 24,2 Prozent deutlich vorn. Zweitstärkste Kraft wurde die AfD mit 19,1 Prozent, die Union kam in der Ost-Hochrechnung lediglich auf 16,9 Prozent und ist drittstärkste Kraft. Die Grünen sind mit 10,9 Prozent auf Platz vier, vor der Linken mit 10 Prozent und der FDP mit 9,7 Prozent.

mit dpa (mue)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 26. September 2021 | 22:00 Uhr

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