"ARD-Wahlarena" Laschet will Strukturwandel in Kohleregionen fördern

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich am Mittwochabend in der "ARD-Wahlarena" den Fragen von Zuschauern gestellt. Er beantwortete unter anderem Fragen zum Klimaschutz, Rassismus und sozialem Wohnraum.

Armin Laschet (CDU, M) steht mit Andreas Cichowicz, NDR Chefredakteur, und Ellen Ehni, WDR Chefredakteurin, in der ARD-Wahlarena in der Kulturwerft Gollan.
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich in der "ARD-Wahlarena" den Fragen von Zuschauern gestellt. Bildrechte: dpa

Laschet: Deutschland muss klimaneutrales Industrieland werden

Damit die Klimaziele erreicht werden können, müsse Deutschland ein klimaneutrales Industrieland werden, sagt Armin Laschet. Er habe den Kohleausstieg mit verhandelt und wolle sich auch weiterhin dafür einsetzen, regenerativen Strom aus- sowie die Industrie unter Erhalt der Arbeitsplätze umzubauen. Um Vorhaben rascher umsetzen zu können, forderte der CDU-Kanzlerkandidate schnellere Plan- und Genehmigungsverfahren.

Ehemalige Kohleregionen wie die Lausitz müssten als Standorte beibehalten und gleichwertige Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Bund investiere 40 Milliarden Euro für Strukturwandelsprozess, "das sind wir den Menschen in der Lausitz schuldig", sagt Laschet und betont, die Kohlekommission müsse neue Arbeitsplätze schaffen, bevor die letzten Kraftwerke in der Lausitz geschlossen werden.

1,5 Millionen neue Wohnungen für bezahlbaren Wohnraum

Laschet sprach sich außerdem für die Förderung von bezahlbarem Wohnraum aus. Das, so der Kanzlerkandidat, sei der einzige Weg, überteuerten Mieten entgegenzuwirken. "Wir müssen mehr bauen. Wir haben das Ziel, dass wir in den nächsten Jahren 1,5 Millionen Wohnungen bauen wollen, auch Sozialwohnungen, natürlich", sagte Laschet. Darüber hinaus wolle er verhindern, dass der Mittelstand immer weiter aus den Zentren der Ballungsräume vertrieben werde. Er wolle keine "abgeschotteten Viertel, die will niemand von uns", so Laschet. Alle müssten am Wohlstand teilhaben.

Kampf gegen Rassismus und Antidiskriminierung

Mit Blick auf die durch die Flüchtlings- und Corona-Krise gespaltene Gesellschaft sprach sich Laschet klar gegen Rassismus und Diskriminierung aus. Mehr Diversität und Vielfalt müsse sich auch in der Bundesregierung widerspiegeln: "In der Spitze unserer Verwaltung gibt es noch keine Diversität." Der Bund habe zwar eine Antidiskriminierungsstelle, diese könnte jedoch eine Verstärkung vertragen.

Auch gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen wolle er vorgehen, verspricht Laschet. So wolle er etwa mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn darüber sprechen, warum etwa Homosexuelle noch immer nicht Blut- oder Blutplasma spenden dürften.

Die "ARD-Wahlarena"

Armin Laschet war der letzte der drei Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten, der sich in der Wahlarena den Zuschauerfragen stellte. Er folgte auf Annalena Baerbock von von Grünen sowie den SPD-Kandidaten Olaf Scholz.

Die Wahlarena findet bereits zum fünften Mal vor einer Bundestagswahl statt. Das Format rückt vor allem die Wählerinnen und Wähler in den Mittelpunkt. Die Kandidatinnen und Kandidaten treten nicht direkt gegeneinander an, sondern jeweils ein Spitzenkandidat muss sich 75 Minuten lang den Fragen von Wählern stellen.

Quelle: MDR, AFP (nvm)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | ARD WAHLARENA | 15. September 2021 | 20:15 Uhr

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