Bundestagswahl Frist läuft ab: Briefwahl per Post bis zum heutigen Donnerstag versenden

Drei Tage vor der Bundestagswahl endet die Frist für den Versand der Briefwahlunterlagen: Am heutigen Donnerstag müssen die Umschläge in der Post sein. Das Interesse an der Briefwahl ist in Thüringen riesig. Der hohe Briefwähler-Anteil erfordert aber auch mehr Personal in den mehr als 500 Briefwahlbezirken in Thüringen.

Einen Briefwahlumschlag zur Bundestagswahl 2021 steckt eine Frau in einen Briefkasten.
Wer seine Briefwahlunterlagen per Post verschicken will, sollte das bis zum heutigen Donnerstag tun. Bildrechte: dpa

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Wahlbriefe per Post müssen spätestens am heutigen Donnerstag abgesendet werden. Das teilte Thüringens Landeswahlleiter Günter Krombholz mit. Danach müssen die Wahlbriefe bis zum 26. September bei der auf dem Wahlbrief angegebenen Stelle eingegangen sein, sonst werden sie nicht mitgezählt.

Alternativ können Wählerinnen und Wähler laut Krombholz Briefwahlunterlagen direkt bei der Gemeindebehörde abholen und dort die Briefwahlumschläge abgeben. Vor einer Woche waren von 373.000 beantragten Briefwahlunterlagen in Thüringen knapp die Hälfte ausgefüllt zurückgeschickt worden.

Hände ordnen Briefwahlunterlagen. 2 min
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MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 22.09.2021 21:45Uhr 02:12 min

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Interesse an Briefwahl weiter ungebrochen

Das Interesse an Briefwahlunterlagen ist in diesem Jahr ungebrochen. Krombholz geht von mehr als 40 Prozent Briefwähleranteil bei dieser Bundestagswahl aus. Das würde mehr als einer halben Million Briefwählerinnnen und Briefwähler allein in Thüringen entsprechen.

"Es ist ein allgemeiner Trend in Deutschland", sagte Krombholz. Die Corona-Pandemie spiele dabei aber auch eine große Rolle. Der Anteil der Briefwähler sei über die Jahre kontinuierlich gestiegen - von 3,1 Prozent 1990 auf 12,7 im Jahr 2002 und rund 20 Prozent bei der Bundestagswahl 2017.

Wie sicher ist die Briefwahl? 1 min
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Do 19.08.2021 14:58Uhr 00:44 min

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Briefwahlstellen brauchen mehr Personal

Der hohe Anteil an Briefwählrinnen und -wählern sorgt auch in den mehr als als 500 regionalen und überregionalen Briefwahlbezirken in Thüringen für Veränderungen. Wie die Kreiswahlleiter mitteilten, wurden zusätzliche Wahlhelfer berufen oder mehr Briefwahllokale eingerichtet.

So gibt es beispielsweise im Wahlkreis Jena-Sömmerda-Weimarer Land 57 Briefwahlbezirke, vor vier Jahren waren es 35. 110 zusätzliche Wahlhelfer würden dafür benötigt. Auch im Wartburgkreis stieg die Zahl der Briefwahlbezirke von 41 auf 53. Insgesamt führten auch die Hygieneauflagen zu Mehrarbeit. Unter anderem mussten spezielle Räumlichkeiten ausgewählt und Schutzwände installiert werden.

So funktioniert die Auszählung der Briefwahl

Ein Schild weist vor der der Walter-Gropius-Schule auf den Wahlraum 3013 hin
Bundestagwahl 2017: In der Walter-Gropius-Schule befindet sich neben einem Wahllokal das Erfurter Zentrum zum Auszählen der Briefwahl-Stimmen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Ein Schild weist vor der der Walter-Gropius-Schule auf den Wahlraum 3013 hin
Bundestagwahl 2017: In der Walter-Gropius-Schule befindet sich neben einem Wahllokal das Erfurter Zentrum zum Auszählen der Briefwahl-Stimmen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Mehrere schwarze Mülltonnen stehen in einem Raum. In diesen Tonnen werden in Erfurt Briefwahlunterlagen aufbewahrt.
33.000 Briefwahl-Unterlagen wurden zur Bundestagswahl 2017 in schwarzen Mülltonnen gelagert. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Zwei silberne Koffer mit den Unterlagen für den Briefwahlvorstand 8019 in der Erfurt stehen auf dem Boden
Insgesamt waren 33 Wahlvorstände mit der Auszählung betraut. Jeder Wahlvorsteher erhält Alu-Koffer mit den Unterlagen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser steht mit zwei Wahlhelferinnen und einer Tonne im Fahrstuhl
Startschuss: Um 15 Uhr holt Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser mit zwei Wahlhelferinnen seine Wahltonne ab. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser rollt eine Tonne über den Flur
Quer durch die Schule geht es bis zum zugewiesenen Klassenzimmer, in dem die restlichen Helfer warten. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Ein Bündel roter Briefwahlumschläge liegt in einer Tonne
Öffnung der Tonne: 1.063 rote Briefwahlumschläge müssen gezählt werden. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Rote Briefwahlumschläge liegen in Zehnerstapen auf einem Tisch
Zunächst wird gezählt, ob alle Unterlagen vorhanden sind. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser hält eine leere Tonne in die Luft
Alle einmal hersehen: Neuhäuser beweist, dass die Tonne leer ist. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Eine Urne mit einer Siegelmarke
Nun kann diese neu versiegelt werden und als Urne dienen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlumschläge werden in einer Brieföffnemaschine gelegt
Große Zeitersparnis: Eine Brieföffnermaschine hilft beim Öffnen der Umschläge. So braucht das Team für diese Arbeit statt einer Stunde nur zehn Minuten. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Der Wahlleiter und sechs Wahlhelfer öffnen die roten Briefwahlumschläge
Nun werden die Unterlagen geprüft. Bei acht Umschlägen stellen die Helfer eine Ungültigkeit der Stimmabgabe fest. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser steckt blauen Wahlumschläge in die Urne
Der Briefwahlvorstand steckt die restlichen 1.055 blauen Wahlumschläge mit den Stimmzetteln der Briefwähler in die versiegelte Urne. Nach Erledigung dieser Aufgabe um 17 Uhr haben die Helfer eine Pause bis 18 Uhr. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Auszählung von Briefwahlstimmen bei der Bundestagswahl in der Gropiusschule Erfurt.
Dann werden pünktlich wie in allen anderen Wahllokalen in Deutschland die Stimmzettel ausgekippt. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Blaue Briefwahlumschläge liegen in Zehnerstapen auf einem Tisch
Erneut werden mithilfe von Zehnerstapeln alle Briefe doppelt durchgezählt. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser öffnet einen blauen Wahlumschlag
Nun können die Stimmzettel aus den Umschlägen genommen werden. Die Brieföffnemaschine kommt dabei erneut zum Einsatz. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Wahlhelfer sortieren Stimmzettel auf verschiedene Haufen
Anschließend wird mit dem Zählen begonnen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
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Nachrichten

So funktioniert die Briefwahl

Briefwahl muss nach Erhalt der Wahlbenachrichtigung beantragt werden: Sie bekommen oder haben bereits erhalten:

  • Wahlschein
  • Amtlicher Stimmzettel
  • Blauer Umschlag für amtlichen Stimmzettel
  • Roter Umschlag für amtlichen Wahlbrief
  • Ein ausführliches Merkblatt für die Briefwahl

Der ausgefüllte Stimmzettel kommt in den blauen Umschlag. Zusammen mit dem unterschriebenen Wahlschein kommt alles in den großen roten Umschlag.

Merker: Das Blaue muss in den Roten!

Mehr als 2.000 Wahllokale am Sonntag in Thüringen geöffnet

Insgesamt öffnen am Wahlsonntag in Thüringen rund 2.400 Wahllokale. Für die repäsentative Wahlstatistik wurden laut Landeswahlleiter Krombholz 128 Wahllokale und Briefwahlbezirke im Land ausgewählt.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jw/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. September 2021 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

DermbacherIn vor 3 Wochen

Die Meldung kommt zur unrechten Zeit, wieso nicht eine Woche früherr?

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