Bundestagswahl Briefwahl möglichst früh beantragen

Bundeswahlleiter Georg Thiel erwartet einen Rekord bei der Briefwahl. Er hält es für möglich, dass doppelt so viele Wahlberechtigte ihre Stimme per Brief abgeben. Deshalb sollten sie rechtzeitig ihre Wahlunterlagen bestellen, sagt er.

Georg Thiel, Bundeswahlleiter
Der Bundeswahlleiter rechnet mit einem starken Anstieg von Briefwählern bei der Bundestagswahl am 26. September. Bildrechte: dpa

Wer zur Bundestagswahl am 26. September per Brief wählen möchte, sollte die Unterlagen dazu möglichst frühzeitig anfordern. Bundeswahlleiter Georg Thiel sagte MDR AKTUELL, am besten sei es, den Antrag sofort abzuschicken, sobald die Wahlbenachrichtigung eingetroffen sei.

Seit Montag können die Länder mit dem Versand der Wahlbenachrichtigungen beginnen. Das ist mit der Fertigstellung der Wählerverzeichnisse am Sonntag möglich geworden. Dem Bundeswahlleiter zufolge findet der Versand in der Regel vier bis sechs Wochen vor der Wahl statt. Spätestens bis zum 21. Tag vor der Wahl müssen alle Wahlberechtigten über ihre Eintragung in das Wählerverzeichnis benachrichtigt worden sein.

Unterlagen müssen extra bestellt werden

Die Briefwahlunterlagen müssen extra beantragt werden. Das geht mit einem vorgedruckten Antrag in den Wahlunterlagen, die jedem Wahlberechtigten zugeschickt werden. Der Antrag kann aber auch ohne Vordruck gestellt werden: schriftlich, online oder persönlich im zuständigen Bezirksamt.

Hoher Anteil an Briefwählern erwartet

Thiel erklärte, bei der Abstimmung Ende September würden besonders viele Briefwähler erwartet. Bei früheren Bundestagswahlen hätten 15 bis 20 Prozent der Wähler ihre Stimme per Brief abgegeben. Jetzt könnten es bis zu 50 Prozent werden. So habe sich bei den vergangenen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Zahl der Briefwähler fast verdoppelt. Das sei für die Kommunen eine große organisatorische Herausforderung, da könne es durchaus zu Verzögerungen kommen.

Zum Thema Sicherheit sagte Thiel, es sei ausgeschlossen, dass jemand zweimal wählen könne – einmal per Brief und einmal vor Ort in einem anderen Wahllokal. Es finde immer ein Abgleich unter den Wählerverzeichnissen statt, sodass so etwas auffallen würde.

Quelle: MDR, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. August 2021 | 06:00 Uhr

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