Personaldebatte Union schlägt Vogtländerin Magwas als Vize-Präsidentin für Bundestag vor

Beobachter werteten die Personalie als überraschende Wendung im Postenstreit innerhalb der Union: Yvonne Magwas soll als Bundestagsvizepräsidentin kandidieren. Zuvor hatten Monika Grütters (CDU) und Annette Widmann-Mauz (CDU) ihre Bewerbung für den Job zurückgezogen.

Die Unionsfraktion hat die CDU-Abgeordnete Yvonne Magwas aus dem Vogtland als Kandidatin für den Posten einer Vizepräsidentin des neuen Bundestags aufgestellt. Die 41 Jahre alte Politikerin habe sich in einem Feld aus mehreren Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt, sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) in Berlin. Er sprach von einem "guten Kompromiss".

Das Präsidium soll in der konstituierenden Sitzung des 20. Deutschen Bundestags am Dienstag neu gewählt werden. Mit der Einigung auf Yvonne Magwas verhinderte die Unionsfraktion eine Kampfabstimmung in ihren Reihen um den Vizeposten, für den den es im vorfeld mehrere Bewerberinnen und Berwerber gab. Ralph Brinkhaus verwies darauf, dass Magwas ihren Wahlkreis im Vogtland in Sachsen direkt gewinnen konnte und als Mutter eines Kindes "mitten im Leben steht".

Von Auerbach in den Bundestag

Die Diplom-Soziologin startete ihre Politik-Karriere als Stadträtin in Auerbach. Seit 2013 sitzt sie im Bundestag und ist seit 2018 Vorsitzende der Frauen der CDU/CSU-Fraktion. Magwas ist mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten und Ostbeauftragten Marco Wanderwitz liiert. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn.

In einem Gespräch mit MDR SACHSEN hatte Magwas vor der Bundestagswahl als ihr wichtigstes Ziel genannt, sie wolle sich "proaktiv für den ländlichen Raum engagieren". Denn: "Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land muss oberste Priorität haben. Nach meinem Dafürhalten bedarf es deshalb ein Stück weit aktiverer Politik für die ländlichen Regionen. Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit darf dabei nicht immer im Vordergrund stehen. Nicht der Bedarf darf die Aufgabe bestimmen, sondern die Aufgabe den Bedarf."

Ärger bei CDU und CSU

In der Postendebatte für den Bundestag bedauerte Brinkhaus am Montag, dass es die anderen Fraktionen abgelehnt hätten, CDU und CSU jeweils einen Bundestagsvizepräsidenten zuzugestehen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt war "persönlich enttäuscht und verärgert", dass SPD, Grüne und FDP diesen Wunsch blockiert hätten. Aus seiner Sicht wären zwei Posten für die Union "angemessen" gewesen. Schließlich werde auch die SPD neben der Bundestagspräsidentin eine weitere Vizepräsidentin im neuen Präsidium des Parlaments stellen. Die SPD-Fraktion sei nur knapp größer als die Union. "Es wäre kollegialer gewesen, wenn wir das hingekriegt hätten", meinte Brinkhaus in Richtung anderer Fraktionen.

Quelle: MDR/kk/AFP

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