Unions-Fraktionssitzung Laschet will CDU-Spitze umbauen

CDU-Chef Armin Laschet ist zu einem personellen Neuanfang in seiner Partei bereit. Nach einem Fraktionstreffen sagte er zugleich, er werde bis zuletzt für eine Jamaika-Koalition eintreten. Offenbar ist das seine letzte Option.

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender
Armin Laschet scheint bereit, die Konsequenzen aus der Wahlniederlage der Union bei der Bundestagswahl zu ziehen. Bildrechte: dpa

Nach den Verlusten der Union bei der Bundestagswahl ist CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet offenbar zum Rückzug bereit. Laschet sagte nach einer Fraktionssitzung von CDU und CSU, er werde einen Parteitag zur personellen Neuaufstellung der CDU vorschlagen.

Zugleich wolle er weiter für eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen eintreten. "Das Angebot der CDU steht bis zur letzten Sekunde der Regierungsbildung", sagte Laschet in der CDU-Zentrale.

Zuvor hatten bereits Teilnehmer des Treffens Laschet mit den Worten zitiert: "Wir brauchen einen personellen Neuanfang." Laschet will demnach den Umbau organisieren und moderieren.

Massive Kritik nach Wahlschlappe

Bei der Bundestagswahl Ende September hatte die Union mit 24,1 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren und war knapp hinter der SPD gelandet. Seitdem steht Laschet massiv in der Kritik, weil er etwa seine Wahlniederlage nicht klar eingestehen wollte. Laschet war im Januar zum CDU-Parteichef gewählt worden und hatte sich danach im Kampf um die Kanzlerkandidatur gegen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt.

In NRW ist Umbau bereits im Gange

Die Partei brauche keine Schlacht mehr zwischen Personen, wird Laschet von Teilnehmern der Unions-Fraktionssitzung zitiert. Es solle so laufen wie in Nordrhein-Westfalen. Dort hatte Laschet seinen Verkehrsminister Henrik Wüst am Dienstag als Nachfolger vorgeschlagen – als Ministerpräsident und als CDU-Landesparteichef.

Quellen: AFP, DPA, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Oktober 2021 | 08:09 Uhr

26 Kommentare

Wessi vor 8 Wochen

das @ Altmeister ist eine unwahre Hindreherei meiner Worte.Ich habe KEINESFALLS von,Zitat, "Sozialdemokratisierung der CDU" geredet.Sie sagen die Unwahrheit, wenn Sie behaupten, ich hätte behauptet die CDU hätte sozialdemokratische Politik gemacht.Erstens gabs eine Koalition.Und zweitens ist die kluge Frau Merkel nur der Gesellschaft gefolgt die Konservativismus als das sieht, was das Wort bedeutet: das heute zu bewahren+die moderen Realitäten zu fördern.Die CDU macht durchaus konservative Politik, auch mit Frau Merkel.Und das sehr erfolgreich unter ihr.Eine "Neuaufstellung" bedeutet überhaupt nicht eine REvision dieser Politik, oder gar ein Annähern an einen Verein, in welchem "Faschisten" zusehens das Sagen haben, sondern ein Aufbau auf der erfolgreichen Arbeit von Angela Merkel.Die FRage ist lediglich: "mit wem"!

Altmeister 50 vor 8 Wochen

@ Wessi
Hier im Artikel geht es aber um die Neuaufstellung der CDU nach ihrem Desaster, welches, wie Sie richtig erkannt haben, auf die Sozialdemokratisierung der Merkel- Partei zurückzuführen war. Wenn nunmehr die SPD die Politik der Union mit Scholz weiterführt, dann kann sich die CDU auflösen oder in die SPD integrieren.

Wessi vor 8 Wochen

@ Altmeister ...die Realität der kommenden Kanzlerschaft heisst ja eben nicht mehr Frau Merkel, deren Partei 2017 stärkste Gruppierung wurde.Genau deshalb sind wohl 1,6 Millionen Wähler zur SPD gegangen, denn Scholz ist in Teilen jemand der die erfolgreiche Politik von Frau Merkel in sozialdemokratischer Form weiterführen wird, eben nicht Laschet.

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