MDR AKTUELL | Interview Bartsch: Linke will "starke Stimme für den Osten" bleiben

Trotz Verlusten bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wollen die Linken eine starke Stimme für den Osten bleiben. Spitzenkandidat Dietmar Bartsch zeigte sich im Interview mit MDR AKTUELL zudem gesprächsbereit für eine Regierungsbildung.

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag
Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken, will sich im Bundestag weiter für die Menschen in Ostdeutschland einsetzen. Bildrechte: dpa

Die Linke will trotz sinkender Zustimmung bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine starke Ostvertretung im Bundestag bleiben. Spitzenkandidat Dietmar Bartsch sagte im Interview mit MDR AKTUELL, man wolle sich nicht damit abfinden, dass weiterhin Ostdeutsche mehr arbeiteten und dabei weniger verdienten. Zudem seien kein Minister und keine Ministerin der Bundesregierung aus Ostdeutschland. Auch bei den Staatssekretären, in der Wissenschaft, in der Juristerei - überall gebe es eine mangelnde Repräsentanz.

Bartsch fordert Politikwechsel und zeigt sich gesprächsbereit

Mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl erklärte der Spitzenkandidat der Linken bei MDR AKTUELL: "Wenn es ein Wahlergebnis gibt, dann sind wir selbstverständlich auf der Grundlage unseres Wahlprogramms bereit zu reden. Wir brauchen in Deutschland dringend einen Politikwechsel. Die Union muss raus der Regierung und es braucht ein starkes soziales Korrektiv im Deutschen Bundestag."

Die Union muss raus der Regierung.

Dietmar Bartsch, die Linke

Bartsch betont, seine Partei sei verlässlich und verweist mit Blick auf Afghanistan auf "die, die den Krieg über 20 Jahre immer wieder verlängert haben und die für Zehntausende zivile Opfer und 59 tote Bundeswehrsoldaten verantwortlich sind". Die Linke haben dagegen frühzeitig beantragt, Ortskräfte und Frauenrechtlerinnen auszufliegen. Bei dem "schludrigen Mandat" dafür habe man sich mehrheitlich enthalten.

Bartsch: "Nato ist Relikt des Kalten Krieges"

Beim Thema Waffenexporte warf der Linke-Spitzenkandidat deutschen Konzernen vor, "blutige Profite" zu verdienen. Seine Partei wolle Waffenexporte deutlich reduzieren. Mit Blick auf die Nato sprach Bartsch von einer "Kunstdebatte". Derzeit sei Frankreich das Land, das sage, die Nato habe keine Zukunft. Die Nato sei ein Relikt des kalten Krieges. Seiner Partei komme es darauf an, dass es Veränderungen gebe – wie keine Kampfeinsätze der Bundeswehr. Das wäre der richtige Weg.

Die Spitzenkandidaten im Gepräch bei MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 20. September 2021 | 19:30 Uhr

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