Wahlwerbung Künstlergruppe entsorgt Millionen AfD-Flyer

Kurz vor der Bundestagswahl hatte die AfD beklagt, dass ein Teil ihrer Wahlkampf-Flyer nicht verteilt worden sei. Einer Künstlergruppe will sie stattdessen entsorgt haben. Sie habe eine fiktive Firma gegründet, die von der AfD den Zuschlag für den Auftrag bekommen habe.

Mehrere Flyer der AfD
Mehrere Flyer der AfD - die Aufnahme entstand 2019. Bildrechte: imago images/Daniel Schäfer

Aktivisten der Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit" wollen die AfD nach eigenen Angaben um fünf Millionen Flyer gebracht haben. Wie die Aktivisten am Dienstag mitteilten, hatten sie mit einem fiktiven Unternehmen namens "Flyerservice Hahn" der Partei angeboten, das Werbematerial zu verteilen.

"Lkw-Ladungen mit AfD-Flyern"

Sie hätten den AfD-Verbänden in Deutschland ein Angebot gemacht, dass sie nicht hätten ablehnen können, hieß es von der Gruppe. Ihre fiktive Firma habe weder einen Handelsregistereintrag noch eine Steuernummer angegeben, auch habe es keinen rechtsgültigen Vertrag gegeben, hieß es von der Gruppe. Dennoch seien Woche für Woche "ganze Lkw-Ladungen der AfD" mit Flyern angekommen, die sie verteilen sollten. Stattdessen habe man das Material — insgesamt 72 Tonnen — aber entsorgt. Auf Fotos war zu sehen, wie die Aktivisten haufenweise AfD-Flyer in Container werfen.

Partei will Strafanzeige stellen

Welcher Schaden der AfD entstanden ist, sei noch nicht bekannt, sagte ein Parteisprecher am Dienstag. Am vergangenen Freitag hatte die AfD von mehr als einer Million nicht verteilter Wahlkampf-Flyer gesprochen. Die AfD erklärte, sie habe wenige Tage vor der Wahl erfahren, dass der Flyerservice in Wirklichkeit gar nicht existiert habe. Man wolle Strafanzeige stellen. Die Aktionsgruppe hatte bereits in der Vergangenheit mit Aktionen gegen die AfD auf sich aufmerksam gemacht, unter anderem mit einer Aktion, die dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke gegolten hatte.

AfD holt im Osten viele Stimmen

Die AfD hatte am Wahlsonntag in Sachsen und Thüringen die meisten Stimmen bei der Bundestagswahl geholt, vor der SPD und der CDU. In Sachsen-Anhalt war sie auf Platz drei gekommen.

Quellen: dpa/AFP (mue)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. September 2021 | 17:00 Uhr

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