MDR AKTUELL | Interview Laschet: Klimapolitik muss "sozial verträglich" sein

Der CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat sich am Abend in einem Gespräch mit MDR AKTUELL FERNSEHEN für eine sozial verträgliche Klimapolitik ausgesprochen und die ländlichen Regionen in den Mittelpunkt gestellt. Der Unions-Kanzlerkandidat war zum Auftakt seines Wahlkampfes in Dresden und Torgau unterwegs.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will beim Kampf gegen den Klimawandel vor allem die ländlichen Gebiete im Blick behalten. Im Interview mit MDR AKTUELL sagte Laschet, man dürfe die Klimapolitik nicht nur aus den Großstädten heraus entscheiden, sondern müsse gerade die ländlichen Regionen mit einbeziehen. Es sei beispielsweise leicht, in Städten wie München und Berlin zu fordern, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Das sei im ländlichen Raum aber nicht machbar. Hier würden die Menschen weite Strecken in Kauf nehmen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen.

Er wolle daher im Falle eines Wahlsieges an der Pendlerpauschale festhalten. Laschet betonte, man müsse sozial mitdenken und brauche Einfühlungsvermögen. Die Einnahmen des Staates wegen höherer CO2-Preise müssten an die Menschen zurückgegeben werden. CO2-freundliches Verhalten müsse belohnt werden.

Laschet verwies zudem auf die Bedeutung des Strukturwandels im Osten. "Das ist etwas, was wir in Nordrhein-Westfalen ja auch oft schmerzhaft machen mussten. Und da stelle ich manche Ähnlichkeit auch hier im Osten fest", sagte der Kanzlerkandidat.

"Keine Kooperation mit der AfD"

Zum Thema "der Osten und die AfD" sagte Laschet, die CDU werde mit der Partei weder kooperieren noch koalieren. Da habe man "eine klare Haltung". Man wolle aber die Sorgen der Menschen, die die AfD wählten, aufgreifen. Dazu gehörten beispielsweise die Gegensätze zwischen Stadt und Land. Laschet ergänzte, mit Vertrauen, konkreten Antworten und klaren Zukunftsperspektiven könne man die Wähler zurückgewinnen.

Laschet beginnt Wahlkampf im Osten

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat am Donnerstag seinen Wahlkampf im Osten des Landes begonnen.

Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, steht bei seinem Besuch im Werk des Chip-Herstellers Globalfoundries neben Jonathan Drechsler, Auszubildender Mechatronik, und schaut auf einen Wafer.
Laschet bei Globalfoundries in Dresden Bildrechte: dpa

Zum Auftakt war Laschet in Dresden beim Chip-Halbleiter-Hersteller Globalfoundries zu Besuch und sprach sich vor dem Hintergrund der weltweiten Knappheit bei Halbleitern für schnellere Genehmigungsverfahren aus, um die Chipfertigung in Europa voranzubringen.

Anschließend fanden in Torgau Gespräche zum Hochwasserschutz statt, bevor der Unions-Kanzlerkandidat mit MDR AKTUELL sprach.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 12. August 2021 | 19:30 Uhr

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