Bundestagswahl Linke tritt mit Spitzenduo Wissler und Bartsch an

Die beiden Spitzenkandidaten der Linken für die Bundestagswahl 2021 stehen fest: Co-Parteichefin Janine Wissler und Fraktionschef Dietmar Bartsch. Die beiden bekamen fast 87 Prozent der Stimmen des Parteivorstands. Die zweite Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow bekräftigte den Willen, nach der Wahl Teil der Regierung zu werden.

Janine Wissler und Dietmar Bartsch
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Die Linke zieht mit den Spitzenkandidaten Janine Wissler und Dietmar Bartsch in den Bundestagswahlkampf. Der Parteivorstand benannte die Co-Vorsitzende und den Chef der Bundestagsfraktion mit fast 87 Prozent der Stimmen. Das bestätigte die zweite Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow am Montag.

Linke verspricht Richtungswechsel

Fraktionschef Bartsch sagte in Berlin, man nehme sich vor, bei der Bundestagswahl zweistellig zu werden. Als wichtigste Wahlkampfthemen nannte er den Einsatz für Beschäftigte in schlecht bezahlten Branchen, eine Besteuerung großer Vermögen, den Kampf gegen niedrige Renten und Kinderarmut sowie die Abrüstung.

Linken-Chefin Wissler sagte, es sei eine mutige, eine radikale und eine realistische Politik nötig. Es gehe nicht um kleine Korrekturen sondern um einen Richtungswechsel.

Jung und alt, Frau und Mann, Ost und West

Janine Wissler, 39, ist seit Februar gemeinsam mit Hennig-Wellsow Parteichefin und wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Die Hessin zeigt sich zwar grundsätzlich auch offen für eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei, lehnt dabei aber ein Abrücken von linken Positionen etwa beim Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr und einem Stopp von Waffenexporten strikt ab.

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch
Dietmar Bartsch, Linke-Fraktionschef im Bundestags Bildrechte: dpa

Bartsch steht seit 2015 als Co-Chef an der Spitze der Linksfraktion im Bundestag. Der 63-Jährige kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und ist ein erfahrener Parteistratege, gilt als Pragmatiker und setzt sich schon lange dafür ein, dass die Linke auch Regierungsverantwortung übernimmt, wenn die Mehrheiten das hergeben.

Bartsch war auch bei der letzten Bundestagswahl 2017 Spitzenkandidat, gemeinsam mit seiner damaligen Co-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Die Linke hatte bei der letzten Wahl 9,2 Prozent der Stimmen geholt. Momentan steht sie in den Umfragen zwischen sechs und acht Prozent.

Koalition: Ja oder Nein?

Während Bartsch als offen für ein grün-rot-rotes Bündnis nach der Wahl gilt, äußerte sich Wissler dazu bisher deutlich zurückhaltender. Knackpunkt könnte die Außenpolitik sein. In der Linken gibt es immer wieder Debatten besonders über die Rolle Deutschlands in der Nato. Dies könnte Beobachtern zufolge einer Zusammenarbeit mit Grünen und vor allem der SPD im Wege stehen könnte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Mai 2021 | 12:30 Uhr

13 Kommentare

Tacitus vor 18 Wochen

@Demokrat, die trotzkistische Gruppe, der Frau Wissler angehörte, hat klar verfassungsfiendliche Zeile und wurde deshalb vom VS beobachtet.
(Da ein erster Versuch, diese Aussage zu bringen, wieder einmal nicht durch die Moderation gekommen ist, nun ein zweiter Versuch.)

Reuter4774 vor 18 Wochen

Sue sind aus der verblendeten Nach- Wendegeneration und haben nie im real existierenden Sozialismus gelebt? Wir anderen haben nicht verdrängt aus welcher Partei die Linken, lange her zählt da nicht, hervorgegangen sind. Und die aktuellen Positionen der Linken bestätigen das leider sehr deutlich.

Frank 1 vor 19 Wochen

@ Demokrat: Sie verbreiten Fakes. Die Morddrohung aus dem Polizeicomputer gab es nicht. Diese Behauptung wurde kürzlich deutlich vernehmbar in den Medien zurück gezogen. Der wirkliche Verfasser ist zwischenzeitlich bekannt und war nie bei der Polizei angestellt. Er ist ein ganz normaler Arbeitsloser. Ihrem "Selbstverständnis" folgend bespitzelt die von Ihnen so titulierte Maaßen-Behörde wohl auch Rechtsextreme? Herr Maaßen steht dieser Behörde nicht mehr vor, was Ihnen wohl entgangen ist. Ich habe nichts dagegen, wenn diese Behörde Extremisten von links und rechts im Fokus hat. Beide tun der Gesellschaft nicht gut.

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