16-Uhr-Zahlen Wahlbeteiligung bei Bundestagswahl in Thüringen bislang höher als 2017

Bei der Bundestagswahl in Thüringen scheint sich der Trend zu einer höheren Wahlbeteiligung zu verfestigen: Bis 16 Uhr hatten inklusive Briefwahl 66,2 Prozent der Berechtigten gewählt - 2017 waren es 60,6 Prozent.

Mann betritt Wahllokal
Bis zum Mittag hatten 25 Prozent der Thüringer Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bildrechte: MDR/Karina Hessland

Rund 1,7 Millionen Thüringerinnen und Thüringer sind am Sonntag zur Wahl des neuen Bundestages aufgerufen. Die landesweit 2.400 Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet und schließen um 18 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt wird die Prognose zum Ergebnis bekannt gegeben, später folgen die Hochrechnungen.

Bei der Wahl tritt Angela Merkel (CDU) nach 16 Jahren als Bundeskanzlerin nicht wieder an. Um ihre Nachfolge bewerben sich Armin Laschet für die Union und Olaf Scholz für die SPD. Für die Grünen tritt Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin an.

Höhere Wahlbeteiligung scheint sicher

Unterdessen deuten auch die 16-Uhr-Zahlen darauf hin, dass diesmal ein höherer Anteil der Wahlberechtigten zur Wahl gegangen ist. Bis 16 Uhr hatten inklusive der Briefwahl 66,2 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben. Zum Vergleich: 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt 60,6 Prozent. Ein ähnliches Plus hatte der Landeswahlleiter schon für 14 Uhr vermeldet.

Bundestagswahl So funktioniert die Auszählung der Briefwahl

Ein Schild weist vor der der Walter-Gropius-Schule auf den Wahlraum 3013 hin
Bundestagwahl 2017: In der Walter-Gropius-Schule befindet sich neben einem Wahllokal das Erfurter Zentrum zum Auszählen der Briefwahl-Stimmen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Ein Schild weist vor der der Walter-Gropius-Schule auf den Wahlraum 3013 hin
Bundestagwahl 2017: In der Walter-Gropius-Schule befindet sich neben einem Wahllokal das Erfurter Zentrum zum Auszählen der Briefwahl-Stimmen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Mehrere schwarze Mülltonnen stehen in einem Raum. In diesen Tonnen werden in Erfurt Briefwahlunterlagen aufbewahrt.
33.000 Briefwahl-Unterlagen wurden zur Bundestagswahl 2017 in schwarzen Mülltonnen gelagert. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Zwei silberne Koffer mit den Unterlagen für den Briefwahlvorstand 8019 in der Erfurt stehen auf dem Boden
Insgesamt waren 33 Wahlvorstände mit der Auszählung betraut. Jeder Wahlvorsteher erhält Alu-Koffer mit den Unterlagen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser steht mit zwei Wahlhelferinnen und einer Tonne im Fahrstuhl
Startschuss: Um 15 Uhr holt Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser mit zwei Wahlhelferinnen seine Wahltonne ab. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser rollt eine Tonne über den Flur
Quer durch die Schule geht es bis zum zugewiesenen Klassenzimmer, in dem die restlichen Helfer warten. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Ein Bündel roter Briefwahlumschläge liegt in einer Tonne
Öffnung der Tonne: 1.063 rote Briefwahlumschläge müssen gezählt werden. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Rote Briefwahlumschläge liegen in Zehnerstapen auf einem Tisch
Zunächst wird gezählt, ob alle Unterlagen vorhanden sind. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser hält eine leere Tonne in die Luft
Alle einmal hersehen: Neuhäuser beweist, dass die Tonne leer ist. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Eine Urne mit einer Siegelmarke
Nun kann diese neu versiegelt werden und als Urne dienen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlumschläge werden in einer Brieföffnemaschine gelegt
Große Zeitersparnis: Eine Brieföffnermaschine hilft beim Öffnen der Umschläge. So braucht das Team für diese Arbeit statt einer Stunde nur zehn Minuten. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Der Wahlleiter und sechs Wahlhelfer öffnen die roten Briefwahlumschläge
Nun werden die Unterlagen geprüft. Bei acht Umschlägen stellen die Helfer eine Ungültigkeit der Stimmabgabe fest. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser steckt blauen Wahlumschläge in die Urne
Der Briefwahlvorstand steckt die restlichen 1.055 blauen Wahlumschläge mit den Stimmzetteln der Briefwähler in die versiegelte Urne. Nach Erledigung dieser Aufgabe um 17 Uhr haben die Helfer eine Pause bis 18 Uhr. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Auszählung von Briefwahlstimmen bei der Bundestagswahl in der Gropiusschule Erfurt.
Dann werden pünktlich wie in allen anderen Wahllokalen in Deutschland die Stimmzettel ausgekippt. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Blaue Briefwahlumschläge liegen in Zehnerstapen auf einem Tisch
Erneut werden mithilfe von Zehnerstapeln alle Briefe doppelt durchgezählt. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Briefwahlvorstand Peter Neuhäuser öffnet einen blauen Wahlumschlag
Nun können die Stimmzettel aus den Umschlägen genommen werden. Die Brieföffnemaschine kommt dabei erneut zum Einsatz. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
Wahlhelfer sortieren Stimmzettel auf verschiedene Haufen
Anschließend wird mit dem Zählen begonnen. Bildrechte: MDR/Florian Engelmann
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Nachrichten

Mehr Direktkandidaten und mehr Parteien auf den Wahlzetteln

In Thüringen wird am Sonntag in acht Bundestags-Wahlkreisen gewählt. 88 Männer und Frauen bewerben sich um die Direktmandate, 13 mehr als 2017. Damals hatte die CDU alle acht Wahlkreise gewonnen. Sechs der acht direkt gewählten Unions-Abgeordneten wollen ihren Wahlkreis verteidigen.

Bei der Zweitstimme haben die Thüringer die Wahl zwischen 19 Parteien, die Landeslisten aufgestellt haben - vier mehr als 2017. Die 19 Parteien haben 161 Listenkandidaten nominiert - 44 Frauen und 117 Männer. Ein Teil der Wahlkreiskandidaten steht auch auf der Landesliste der jeweiligen Partei.

Älteste und jüngste Kandidaten

Unter allen Kandidaten - Wahlkreis wie Liste - ist Ingrid Bitter die älteste: 1938 geboren, steht sie auf Platz 3 der Landesliste der Tierschutzpartei. Jüngster Kandidat ist Leon Bender. Er wurde 2002 geboren und bewirbt sich für die FDP um das Direkmandat im Wahlkreis 190 (Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis).

Menschen stehen an einem Wahlkampfstand von der Partei Die Linke. 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR THÜRINGEN JOURNAL Fr 24.09.2021 19:00Uhr 04:33 min

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Parallel Bürgermeisterwahlen in sechs Kommunen

Parallel zur Bundestagswahl wird am Sonntag in Thüringen auch über einige Bürgermeisterposten abgestimmt. So wählt Weißensee im Kreis Sömmerda einen neuen Bürgermeister. Drei Kandidaten treten an. Amtsinhaber Matthias Schrot (pl) kandidiert erneut. Er war im Sommer massiv unter Druck geraten, ein Teils des Stadtrats beantragte ein Abwahlverfahren. Der Antrag fand im Stadtparlament aber keine Mehrheit. Bei der regulären Neuwahl wird Schrot herausgefordert von Daniel Ecke, dem Fraktionschef des Bündnisses für Weißensee im Stadtrat, und von CDU-Fraktionschef Jörg Egenolf.

Außenaufnahme der Kulturkirche in Weißensee aus der Luft.
Blick auf Weißensee - hier die Kulturkirche. Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Eine zweite Bürgermeisterwahl im Kreis Sömmerda ist in der Gemeinde Kleinneuhausen angesetzt. Einziger Kandidat ist Amtsinhaber Michael Köhler (CDU).

Im Unstrut-Hainich-Kreis stehen Bürgermeisterwahlen in Kutzleben und Klettstedt an. So muss in Klettstedt neu gewählt werden, weil Bürgermeister Martin Schmidt (pl) im Sommer zurückgetreten war. Einziger Kandidat ist Robin Kilian (CDU). Er hatte nach dem Rücktritt von Schmidt bereits die Bürgermeister-Aufgaben übernommen. In der Spargelgemeinde Kutzleben tritt als einzige Kandidatin die amtierende Bürgermeisterin Janine Schäfer (CDU) an. Sie ist die einzige Frau unter allen Bürgermeistern im Kreis.

Auch in Wünschendorf im Landkreis Greiz gibt es nur einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters - den Amtsinhaber. Nach Angaben der Gemeindewahlleiterin tritt Marco Geelhaar (pl) für eine weitere Amtszeit an.

Eine weitere Bürgermeisterwahl steht in Obermaßfeld/Grimmenthal im Landkreis Schmalkalden-Meiningen an. Als einziger Kandidat tritt Amtsinhaber Martin Hofmann an. Der Diplom-Ingenieur ist bereits seit 2006 ehrenamtlicher Bürgermeister.

Bürger gefragt: Soll Goldisthal eigenständig bleiben?

Auch in Goldisthal im Kreis Sonneberg können die Einwohner ein weiteres Kreuzchen machen. Bei der Bürgerbefragung am Sonntag soll in dem 380-Einwohner-Dorf darüber abgestimmt werden, ob Goldisthal eigenständig bleiben oder Fusionsgespräche mit Großbreitenbach im Ilm-Kreis aufnehmen soll. Auch wenn das Votum der Bürger rechtlich nicht bindend ist, will sich der Gemeinderat daran halten.

Wählen im Wahllokal: Das sind die (Corona-)Regeln

Um die Corona-Ansteckungsgefahr zu verringern, gilt nach Angaben des Landeswahlleiters in allen Thüringer Wahlgebäuden und Wahlräumen die Pflicht zum Tragen einer qualifizierten Mund-Nasen-Bedeckung. Die Masken müssen alle Personen tragen - also nicht nur Wähler, sondern auch Wahlhelfer, Beobachter und Medienvertreter. Wähler werden gebeten, einen Stift mitzubringen.

Kann ich ohne Wahlbenachrichtigung wählen?

Am einfachsten machen es Wähler den landesweit rund 30.000 Wahlhelfern, indem sie ihre Wahlbenachrichtigung vorlegen. Zwingend notwendig ist diese nach Angaben des Landeswahlleiters aber nicht. Ohne Wahlbenachrichtigung muss der Personalausweis oder Pass vorgelegt werden. Eines der beiden Dokumente kann der Wahlvorstand auch verlangen, wenn er Zweifel an der Wahlbenachrichtigung hat und sicher gehen will.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. September 2021 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

Anni22 vor 4 Wochen

Ich schätze mal vor 22 Uhr eher nicht so richtig, wegen der vielen Briefwähler. Mal sehen wie weit die 18.00 Prognose vom Endergebnis (so es Berlin überhaupt schafft, die Wahl hinzubekommen) entfernt ist.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 4 Wochen

Was das Wahlrecht für Menschen ohne festen Wohnsitz betrifft, haben wir alle, hat die Gesamtgesellschaft, voll versagt ! Nachbesserungen sind nicht
in Sicht, es sei den…

Nun ja, um 18 Uhr werden einige unter uns
schlauer sein, ob sich ihre Wünsche erfüllt
haben und ob wir einen tatsächlich neuen
Aufbruch für Deutschland wagen wollen !

Fakt vor 4 Wochen

@Erichs Rache:

Die, die den "Laden am laufen halten", dürften m. E. überwiegend die 30 - 59-Jährigen sein. Das sind laut Bundeswahlleiter 47,4 Prozent der Wahlberechtigten. Folglich nicht unterrepräsentiert.

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