Vor der Bundestagswahl U18-Wahl: CDU in Sachsen-Anhalt knapp vor SPD

Mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche in Sachsen-Anhalt haben bei der U18-Bundestagswahl abgestimmt. Das Ergebnis: Die CDU gewinnt knapp vor der SPD. Eine Regierungsbildung würde aber schwierig werden, denn die meisten Teilnehmenden stimmten für "sonstige Parteien". Die Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt unterscheiden sich deutlich von den bundesweiten Zahlen. Hier gewinnen die Grünen vor der SPD und der CDU/CSU.

U18-Wahl, Wahlurne
Bei der U18-Wahl von Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt landete die CDU knapp vor der SPD. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Bei der U18-Bundestagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die CDU knapp vor der SPD. 16,4 Prozent der Teilnehmenden haben ihr Kreuz bei der CDU gemacht, die SPD erhielt 16 Prozent der Stimmen, wie der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt mitteilte. Dahinter folgten Die Linke (11,8 Prozent) und die FDP (11,2 Prozent). Für die Grünen stimmten 10,9 Prozent der Jugendlichen, die AfD kam auf 10,8 Prozent.

Auch die Tierschutzpartei käme mit 5,4 Prozent bei den jungen Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhaltern in den Bundestag. Eine Regierungsbildung könnte aber schwierig werden. Denn die meisten Kinder und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt haben ihre Stimme "sonstigen Parteien" gegeben, die derzeit nicht im Bundestag vertreten sind.

Mehr als 3.000 Teilnehmende in Sachsen-Anhalt

Bei der U18-Wahl konnten bundesweit alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wählen gehen. Insgesamt gaben 3.091 junge Menschen in Sachsen-Anhalt eine gültige Stimme ab. Bundesweit wurde die Rekordzahl von 261.210 Stimmen gesammelt. Da aber dennoch nur ein Bruchteil aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an der Wahl teilgenommen hat, sind die Ergebnisse nicht repräsentativ für diese Bevölkerungsgruppe.

Für die gesamte Bundesrepublik fällt das Ergebnis etwas eindeutiger aus als für Sachsen-Anhalt. 21 Prozent der jungen Menschen wählten die Grünen, gefolgt von der SPD mit 19,2 Prozent und der CDU/CSU mit 16,92 Prozent. An vierter Stelle steht die FDP mit 12 Prozent. Darauf folgen "sonstige Parteien" mit 11,8 Prozent, Die Linke mit 7,5 Prozent, die AfD mit 5,9 Prozent und die Tierschutzpartei mit 5,7 Prozent.

Kinder- und Jugendring fordert Wahlrecht ab 14 Jahren

Der Vorstandsvorsitzende des Kinder- und Jugendrings Sachsen-Anhalt, Fabian Pfister, sagte: "Obwohl die politischen Entscheidungen von heute gerade das Leben von jungen Menschen prägen werden, denken einige Parteien immer noch, dass mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche nicht notwendig seien." Der Verein werde sich weiter für die Senkung des Wahlalters auf 14 Jahre bei den Bundes- und Landtagswahlen einsetzen, auch wenn die neue Landesregierung kürzlich dagegen gestimmt hat.

MDR/Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 20. September 2021 | 15:22 Uhr

4 Kommentare

Agnostiker vor 4 Wochen

@Winfried
Die Ergebnisse machen tatsächlich Hoffnung. Denn zum Glück spielt die AfD nur in Sachsen und Thüringen (zum Teil vielleicht noch in Sachsen-Anhalt) die tragende Rolle. In allen anderen Bundsländern hat die AfD zum Teil so wenig Stimmen bekommen, dass sie noch nicht mal bei der Darstellung der Ergebnisse genannt werden. Was bin ich froh, dass Sachsen nicht Deutschland ist.

DER Beobachter vor 4 Wochen

Im Übrigen gehts hier um S-A, und sogar hier siehts ja ganz anders aus. Nun, wenn sie schon Sachsen einbeziehen: AfD dort 16,72%, also deutlich unter den Erwartungen der realen Wahl für Sachsen, Grüne 1% dahinter als Zweite mit 15,63, also ungefähr im aktuellen Bundestrend der Erwachsenen...

AlexLeipzig vor 4 Wochen

Winfried, Ihre Hoffnung ist in meinen Augen eher entsetzlich. Als Sachse schäme ich mich für solche Ergebnisse und Aussagen! Einzig die nüchternen Zahlen bringen etwas Trost: über 80 Prozent der Jugendlichen würden eben NICHT die AFD wählen, auch in Sachsen und Thüringen!

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